FÜHRUNGSZEUGNIS

Die überfor­derten Klempner der Macht

Thomas Sattelberger wünscht sich Zukunftsdesigner in Politik und Wirtschaft.

Son­die­ren, das riecht schon so ko­misch. Ecken und Win­kel aus­schnüf­feln, klein­tei­lig ar­bei­ten, vage blei­ben, Kon­flik­te ver­schie­ben, Zu­kunfts­bil­der aus­blen­den. Po­li­tik er­scheint mir viel zu lan­ge schon als Durch­ar­bei­ten von Schub­la­den. Man kennt das aus der Wirt­schaft: im­mer schön ef­fi­zi­ent. Aber wer adres­siert bei uns ei­gent­lich noch die gro­ßen Fra­gen, wer sucht drit­te Lö­sungs­we­ge? Wer hat noch die Kraft, an­de­re für gro­ße Plä­ne zu be­geis­tern?

OB EN­ER­GIE­WEN­DE, BIL­DUNG ODER FACH­KRÄFTE, ob al­tern­de Ge­sell­schaft, Mi­gra­ti­on oder Di­gi­ta­li­sie­rung – wir müs­sen uns ent­schei­den: Wol­len wir ge­stal­ten oder ab­ge­hängt wer­den, freu­dig auf­bre­chen oder ein­fach nur lust­los mit­ma­chen? Gott­hard-Tun­nel oder Flug­ha­fen Ber­lin-Bran­den­burg?

Wir hat­ten mal ei­nen Bun­des­kanz­ler, der pam­pig er­klär­te, wer Vi­sio­nen habe, sol­le zum Arzt ge­hen. Schon da­mals war sein Satz, der in Ana­lo­gie zum In­ge­nieur in der Wirt­schaft den So­zia­lin­ge­nieur in der Po­li­tik zum wah­ren Ma­cher er­hob, eine Zu­mu­tung. US-Ma­nage­ment­gu­rus wür­den dazu sa­gen: „Over­ma­na­ged and un­der­led“. Viel­leicht woll­te Hel­mut Schmidt ei­nen Kon­tra­punkt zu sei­nem Vor­gän­ger set­zen, der sei­ne Vi­si­on der neu­en Ost­po­li­tik mit dem Knie­fall in War­schau auf­lud: Über­schuss an Vi­sio­nen, De­fi­zit an Ma­nage­ment.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.