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EINE VOLLE SCHADENAKTE

ERGO Ein ungeduldiger Eigentümer, Verwerfungen im Management, marode Substanz – die Sanierung des drittgrößten deutschen Versicherers gestaltet sich schwerer als erwartet.

SCHA­DEN­RE­GU­LIE­RER Mar­kus Rieß hat die deut­sche Al­li­anz wie­der flott­ge­kriegt und soll das Kunst­stück beim an­ge­schla­ge­nen Ergo-Kon­zern wie­der­ho­len

Besu­cher emp­fängt Mar­kus Rieß (52) in die­sen Ta­gen mit os­ten­ta­ti­ver Ge­las­sen­heit. Der Chef des dritt­größ­ten deut­schen Ver­si­che­rungs­kon­zerns ist mit sich und sei­ner Welt of­fen­bar im Rei­nen. Vor ei­ni­ger Zeit hat er sich 20 Kilo ab­trai­niert und sein Ge­wicht an­schlie­ßend ge­hal­ten. Der kan­ti­ge, kahl ra­sier­te Schä­del und die mar­kan­te schwar­ze Bril­le sol­len Wil­lens­stär­ke und Durch­set­zungs­ver­mö­gen si­gna­li­sie­ren.

Und ja, der Mann legt los. Seit er vor zwei­ein­halb Jah­ren das Kom­man­do in der Düs­sel­dor­fer Zen­tra­le des Ergo-Kon­zerns über­nom­men hat, tausch­te er die Füh­rungs­spit­ze na­he­zu kom­plett aus, warf Alt­las­ten ab, be­gra­dig­te das Ge­schäfts­mo­dell, ver­pass­te dem größ­ten Scha­dens­fall der deut­schen Ver­si­che­rungs­in­dus­trie eine neue Or­ga­ni­sa­ti­on samt Stra­te­gie. Im Früh­jahr wird er ei­nen kom­plett neu­en Mar­ken­auf­tritt prä­sen­tie­ren, den er sich von den Krea­tiv­gu­rus der Agen­tur Jung von Matt ent­wer­fen ließ. Erst­mals seit Lan­gem be­wegt sich der Le­bens­ver­si­che­rer wie­der mit kon­kur­renz­fä­hi­gen Po­li­cen im Markt. Nach zwei Ver­lust­jah­ren will Rieß nun wie­der schwar­ze Zah­len ver­kün­den.

„Wir sind auf ei­nem gu­ten Weg“, sagt er bei je­der sich bie­ten­den Ge­le­gen­heit, sicht­lich zu­frie­den mit sich und sei­ner Bi­lanz. Da­bei steht Rieß ge­fähr­lich nah an dem Punkt, an dem sein Vor­gän­ger Tors­ten Oletz­ky (51) im Früh­jahr 2014 ent­nervt auf­gab. Auch da­mals hat­te der Kon­zern kräf­te­zeh­ren­de Re­struk­tu­rie­rungs­schlei­fen hin­ter sich und die Ein­füh­rung ei­nes neu­en Le­bens­ver­si­che­rungs­pro­dukts vor sich. Al­lein, die Wen­de blieb aus. Die Po­li­ce flopp­te, die Zah­len blie­ben de­sas­trös.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.