TRENDS

DER ITALIENISCHE PATIENT

KONJUNKTUR Überall in der Euro-Zone gewinnt das Wachstum an Kraft, nur Italiens Wirtschaft bleibt chronisch krank. Nach der Wahl könnte sie zur Sollbruchstelle des Euro werden.

EWI­GER SCHWÄTZER Me­di­en­mil­li­ar­där Sil­vio Ber­lus­co­ni war seit 1994 schon vier­mal Pre­mier. Jetzt ver­spricht er wie­der Re­for­men.

Es war al­les per­fekt an­ge­rich­tet für Mat­teo Ren­zi. Grü­nes Licht um­strahlt den Rie­sen­jet, die letz­ten Klän­ge des „Son­nen­auf­gangs“ aus dem „Za­ra­thus­tra“ sind ver­hallt, als der jüngs­te Pre­mier Ita­li­ens den Neu­start sei­ner na­tio­na­len Air­line ver­kün­det: „Schlie­ßen Sie Ihre Gur­te. Alita­lia hebt ab! Die­ser Take-off Alita­li­as ist der Take-off Ita­li­ens!“

Schön klang das da­mals im Juni 2015, zu schön, um wahr zu sein. Der ge­ra­de mal 40-jäh­ri­ge Ren­zi, der sich „Rotta­ma­to­re“ nennt ("Ver­schrot­ter“ der al­ten Struk­tu­ren) hat mit sei­ner Par­ti­to De­mo­cra­ti­co (PD) ein Jahr zu­vor bei der Eu­ro­pa-Wahl über die Po­pu­lis­ten tri­um­phiert. Er will auf­räu­men, ent­fil­zen, re­for­mie­ren und hat da­für mo­ne­tär Su­per­trieb­wer­ke un­ter den Flü­geln: Das An­lei­he­auf­kauf­pro­gramm von EZB-Chef Ma­rio Draghi hat den Euro ab­ge­wer­tet, ita­lie­ni­sche Wa­ren im Dol­lar-Raum um rund 20 Pro­zent ver­bil­ligt und den Zins für zehn­jäh­ri­ge ita­lie­ni­sche Staats­ti­tel fast hal­biert. Auch das Öl ist um die Hälf­te bil­li­ger ge­wor­den. Nach Jah­ren des Nie­der­gangs scheint al­les klar für das gro­ße Come­back – von Ita­li­en wie von Alita­lia.

Es kam an­ders. Die ver­meint­li­chen Über­flie­ger sind al­le­samt ab­ge­stürzt: Alita­lia steht un­ter Son­der­ver­wal­tung, weil der Part­ner Eti­had wie bei Air Ber­lin den Geld­hahn zu­dreh­te. Ren­zi muss­te Ende 2016 ab­tre­ten, weil er sich mit ei­nem Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum ver­zock­te. Er fährt nun wie­der Bahn, im ge­mie­te­ten Tre­no PD kreuz­te er zu­letzt wo­chen­lang durch die Pro­vin­zen, um für die Par­la­ments­wahl am 4. März zu trom­meln.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.