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STRAHLENDE RENDITE

ATOMFONDS Zur Finanzierung der nuklearen Altlasten darf Anja Mikus 24 Milliarden Euro anlegen. Sie will das möglichst ökologisch tun, aber auch nach allen Regeln der Kunst. Ein interessantes Experiment auch für Privatanleger.

ÖKO-AK­TI­VIS­TIN CEO Mi­kus for­dert mehr als nur Di­vi­den­de: „Wir wol­len ge­hört wer­den!“

Der Flur des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums ver­sprüht an die­sem Nach­mit­tag kurz vor Weih­nach­ten das Flair ei­nes his­to­ri­schen Mu­se­ums. Un­ter ei­nem Schild mit der Auf­schrift „Zeit­er­fas­sung nicht ver­ges­sen“ glän­zen die Holz­bö­den wie frisch ge­boh­nert, ein Rei­ni­gungs­wa­gen war­tet dar­auf, noch mal durch­zu­feu­deln. Alle Bü­ro­tü­ren sind ge­schlos­sen. Anja Mi­kus (59), die 30 Jah­re lang in Stutt­gart, Mün­chen und Frank­furt für gro­ße Geld­ver­wal­ter ge­ar­bei­tet hat, kann sich an die­se Gra­bes­ru­he ein­fach nicht ge­wöh­nen. Mit­te Juni ist sie an­ge­tre­ten, den so­ge­nann­ten Atom­fonds auf­zu­le­gen, den ers­ten gro­ßen deut­schen Staats­fonds.

24,1 Mil­li­ar­den Euro soll Mi­kus so ver­wal­ten, dass mit dem Geld die Zwi­schen- und End­la­ge­rung des deut­schen Atom­mülls fi­nan­ziert wer­den kann, bis zum Ende des Jahr­hun­derts. Die Sum­me stammt von den Ver­sor­gern Eon, RWE, EnBW und Vat­ten­fall, die nach dem Re­ak­tor­un­fall in Fu­kus­hi­ma von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel zu ei­nem Tur­bo­aus­stieg aus der Kern­ener­gie ge­zwun­gen wur­den.

Bis­lang sind Mi­kus und ihre Staats­fonds­trup­pe zu acht hier, ein Start-up mit­ten un­ter Mi­nis­te­ri­al­be­am­ten. Das Team lässt die Bü­ro­tü­ren of­fen ste­hen, da­mit we­nigs­tens et­was Le­ben in die Bude kommt. Es gab schon ers­te Be­schwer­den. Aber Un­ru­he zu stif­ten ist Teil von Mi­kus' Stra­te­gie. „Wir wol­len ge­hört wer­den“, sagt sie. „Zu­min­dest wenn es um Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en im In­vest­ment­pro­zess geht.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.