STYLE-COUNCIL

Die Taktik des Small Talks

HEIN­RICH GRAF VON SPRE­TI über sei­ne Small-Talk-Tricks.

Small Talk – das Wort sagt es ei­gent­lich schon: eine klei­ne, leich­te Kon­ver­sa­ti­on. Dra­ma­ti­sche Kran­ken­ge­schich­ten, Mo­no­lo­ge über den Sinn des Le­bens, eit­le Selbst­dar­stel­lung oder boh­ren­de Fra­gen über po­li­ti­sche Ein­stel­lun­gen sind tabu. Ich be­gin­ne bei ei­nem ge­setz­ten Es­sen gern wäh­rend der Vor­spei­se die Kon­ver­sa­ti­on mit der Tisch­da­me zur Rech­ten, wäh­rend des Haupt­gangs wechs­le ich zur Lin­ken, bei der Nach­spei­se bin­de ich die Gäs­te ge­gen­über ein. Falls die bei­den zu mei­nen Sei­ten mir un­be­kannt sind, tas­te ich mich lang­sam vor.

Wich­tig ist: zu­hö­ren. Oft be­gin­ne ich mit der Fra­ge „Wenn Sie jetzt nicht hier wä­ren, was wür­den Sie dann ma­chen?“ Ein ver­läss­li­cher Eis­bre­cher. Ski fah­ren, Dra­chen­flie­gen, Rol­ling-Sto­nes-Kon­zert, See­rei­se, mit den Kin­dern in den Zoo ge­hen – schon läuft das Ge­spräch.

Al­ter­na­tiv bie­tet sich die Fra­ge an, wie man den Gast­ge­ber ken­nen­ge­lernt hat. So kommt eins zum an­de­ren, und man be­fin­det sich in­mit­ten ei­ner viel­leicht amü­san­ten Kon­ver­sa­ti­on. Ge­wiss macht es mir mein Be­ruf ein­fa­cher. Ich bin eben kein Wis­sen­schaft­ler mit Schwer­punkt Quan­ten­me­cha­nik oder planck­sches Strah­lungs­ge­setz, mein In­si­der­wis­sen über den Kunst­markt taugt da schon eher als In­put für ein span­nen­des Ge­spräch.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.