PO­LI­TI­SCHE SCHIE­NE Bahn-Chef Lutz und die Kanz­le­rin bei der Er­öff­nung der Stre­cke Ber­lin–Mün­chen

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DIE MERKEL-BAHN

DEUTSCHE BAHN Der Schienenkonzern sollte mal ein ganz normales Unternehmen sein. Stattdessen mutiert er immer mehr zum Staatsbetrieb – mit viel Politik und Stütze, aber wenig Kundennähe.

Da ju­belt das Re­gie­rungs­vier­tel. Bahn-Ma­na­ger Ro­nald Po­fal­la (58) kann sich be­sof­fen re­den, wenn er sein neu­es Lieb­lings­pro­jekt prä­sen­tiert: die Di­gi­ta­li­sie­rung des Schie­nen­strangs. „Das For­schungs­mi­nis­te­ri­um freut sich über un­se­re In­no­va­ti­ons­kraft“, froh­lockt er, „das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um freut sich über un­se­re Wirt­schaft­lich­keit“. Und die Mi­nis­te­ri­en für Um­welt, Wirt­schaft, Ge­sund­heit und Fa­mi­lie freu­ten sich eben­falls.

Po­fal­las Auf­tritt bei ei­nem Bahn-Kon­gress Ende Ja­nu­ar in Ber­lin hat­te Sym­bol­kraft. Der ehe­ma­li­ge Kopf des Kanz­ler­amts und heu­ti­ge Netz­vor­stand der Deut­schen Bahn (DB) er­wähn­te in sei­nem Vor­trag nur ein­mal die Kun­den, aber sechs Mi­nis­te­ri­en, die das di­gi­ta­le Gleis be­glückt. Rhe­to­risch steht es also 6 : 1 für den Staats­ap­pa­rat – ein ziem­lich zu­tref­fen­des Bild der ak­tu­el­len Kräf­te­ver­hält­nis­se bei der Bahn.

Nach au­ßen stellt sie sich gern als schlag­kräf­ti­ger Kon­zern dar; als ein glo­ba­ler Trans­port­cham­pi­on, der nur an sei­ne Kun­den denkt. Tat­säch­lich ist die DB von ih­rem ei­ge­nen Ide­al weit ent­fernt. Es geht dort wie­der sehr staats­nah zu. Im­mer un­ge­nier­ter greift die Po­li­tik nach der Bahn. Oder die Bahn nach der Po­li­tik. Wie es ge­ra­de passt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2018.