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LITTLE BIG BROTHER

HERE Mit dem Kauf des Kartendienstes wollten sich die deutschen Autohersteller vor allem unabhängig von Google machen. Doch CEO Edzard Overbeek hat sehr viel ehrgeizigere Pläne. Angriffsziel: Silicon Valley.

ALLES IM BLICK Der Kartendienst Here will Drohnen, selbstfahrende Autos und Lieferroboter präzise durch Städte lenken

Als im Juni 2017 ein schwe­res Un­wet­ter über Ber­lin her­ein­bricht, müs­sen die Mit­ar­bei­ter des Kar­ten­diens­tes Here nicht aus dem Fens­ter schau­en, um zu se­hen, wie sich die Haupt­stadt ver­fins­tert. Drau­ßen schal­ten die Au­to­fah­rer Stadt­vier­tel nach Stadt­vier­tel ihre Schei­ben­wi­scher und Schein­wer­fer an, in Echt­zeit wer­den die Da­ten ins Here-Büro in der In­va­li­den­stra­ße über­tra­gen. So kön­nen die Here-Leu­te ge­nau be­ob­ach­ten, wie und wo Ber­lin über­flu­tet wird.

Der Tag lie­fer­te eine Vor­schau auf die nahe Zu­kunft. Bald soll Here nichts mehr ent­ge­hen, was auf den Stra­ßen pas­siert. In Ber­lin und über 150 an­de­ren Städ­ten ar­bei­tet der Kar­ten­dienst dar­an, jede Re­gung in der phy­si­schen Welt als Da­ten­punkt auf sei­ne Ser­ver zu zie­hen.

Der Na­vi­ga­ti­ons­dienst, den Audi, Daim­ler und BMW im Au­gust 2015 für 2,6 Mil­li­ar­den Euro von No­kia ge­kauft ha­ben, um ge­gen Big Bro­ther Goog­le zu be­ste­hen, ent­wi­ckelt sich in ra­sen­dem Tem­po zum Litt­le Big Bro­ther. Here-Chef Ed­zard Over­beek (50) baut das Kar­ten- zum Cloud-Un­ter­neh­men um.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2018.