TRENDS

KÖNIG WOLFGANG I.

BILDUNG Seit 22 Jahren ist Wolfgang Herrmann höchst erfolgreicher Präsident der TU München. Er ist der lebende Beweis, dass es Exzellenz im deutschen Hochschulwesen nur gibt, wenn man es maximal düpiert.

DER BAU­MEIS­TER TUM-Prä­si­dent Herr­mann über­gibt den For­schungs­neu­bau des Deut­schen Herz­zen­trums Mün­chen an sei­ne Me­di­zin­fa­kul­tät

Den uni­for­mier­ten Jüng­ling mit Mit­tel­schei­tel auf dem über­le­bens­gro­ßen Bild am Ende des Flurs kennt je­der Bay­er: Es ist Kö­nig Lud­wig II. Auf dem Tür­schild ne­ben dem „Kini“ steht in Groß­buch­sta­ben „PRÄSI­DENT“. Lud­wig II. hat die „Kö­nig­lich-Baye­ri­sche Po­ly­tech­ni­sche Schu­le zu Mün­chen“, in de­ren Ver­wal­tungs­trakt heu­te sein Kon­ter­fei hängt, nie ge­lei­tet, er hat sie nur 1868 ge­grün­det.

Der Mann, der in dem Bü­ro­saal hin­ter dem Ge­mäl­de re­si­diert und wirk­lich der Chef ist, wird in­des von ei­nem ähn­li­chen Ge­stal­tungs­wil­len an­ge­trie­ben wie einst der Kö­nig selbst: Deutsch­lands dienst­äl­tes­ter Hoch­schul­prä­si­dent, Wolf­gang Herr­mann. Seit nun­mehr 23 Jah­ren führt der Che­mi­ker die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Mün­chen (TUM). Die Hoch­schu­le, die in die­sem Jahr ihr 150. Ju­bi­lä­um be­geht, schnei­det nicht nur seit Jah­ren stets als bes­te Te­chu­ni der Re­pu­blik ab, sie gilt auch als ein­zi­ge deut­sche Bil­dungs­stät­te, die es welt­weit mit To­pan­bie­tern wie Stan­ford oder dem be­rühm­ten Mas­sa­chu­setts In­sti­tu­te of Tech­no­lo­gy (MIT) auf­neh­men kann.

Der 69-jäh­ri­ge Herr­mann hat das Kon­zept der „un­ter­neh­me­ri­schen Uni­ver­si­tät“ ent­wi­ckelt, das Pro­fes­so­ren zwar nach aka­de­mi­scher Ex­zel­lenz be­ruft, sie dann aber nach Leis­tung ho­no­riert – und das den ste­ten Aus­tausch mit der In­dus­trie sucht. Die­se Re­form hat er nicht nur ent­wi­ckelt, er hat sie durch­ge­boxt – ge­gen den jah­re­lan­gen Wi­der­stand von Gre­mi­en und Po­li­tik.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2018.