STYLE-COUNCIL

Jede Tradition braucht ihre Rebellen

FLO­RIS VAN BOM­MEL über das rich­ti­ge Maß an Tra­di­ti­on.

Meine bei­den Brü­der und ich füh­ren ein jahr­hun­der­te­al­tes klas­si­sches Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men. Als ich vor 18 Jah­ren am An­fang mei­ner Lauf­bahn stand, war un­se­re Fir­ma in Sa­chen Fer­ti­gungs­me­tho­den, Qua­li­tät, Mar­ke­ting, Kun­den­ori­en­tie­rung und De­sign noch sehr tra­di­tio­nell ein­ge­stellt. Wir er­füll­ten die Er­war­tun­gen, die an eine alte Schuh­fa­brik ge­stellt wur­den, voll und ganz.

Mein Bru­der und ich wa­ren bei­de An­fang 20, als wir Schuh­ma­cher wur­den. Ich will nicht be­haup­ten, dass wir Re­bel­len wa­ren, aber wir hat­ten un­se­ren ei­ge­nen Wil­len und woll­ten raus aus der Zwangs­ja­cke der Tra­di­ti­on. Aber wie das so ist mit Tra­di­tio­nen, man wird sie ein­fach nicht schnell los.

Vor­sich­tig fin­gen wir an, mit Schu­hen zu ex­pe­ri­men­tie­ren, die nicht ganz ins klas­si­sche Spek­trum pass­ten. Vie­le, die uns arg­wöh­nisch be­ob­ach­te­ten, wa­ren über­rascht, wie er­folg­reich wir mit die­sen Ex­pe­ri­men­ten wa­ren. Eine tra­di­tio­nel­le Schuh­fa­brik, die auf ein­mal Schu­he in knal­li­gen Far­ben ver­kauf­te – stän­dig muss­ten wir uns an­hö­ren: „Das hät­te euer Va­ter/​Opa/​Ur­groß­va­ter nie ge­macht.“ Oder: „Die Rotz­ben­gel wer­fen eine jahr­hun­der­te­al­te Tra­di­ti­on zum Fens­ter hin­aus.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2018.