EDITORIAL

Kontroll­verlust der Autobosse

STEF­FEN KLUS­MANN Chef­re­dak­teur

„BEI DER BAT­TE­RIE­ZEL­LE ha­ben wir als deut­sche Au­to­in­dus­trie ge­schla­fen, viel zu lan­ge. Und jetzt? Hän­gen wir zehn Jah­re zu­rück.“ Der BMW-Vor­stand, der das zu­gibt, hat mei­nen Kol­le­gen Mi­cha­el Frei­tag ge­be­ten, sei­nen Na­men nicht zu nen­nen. Aber er spricht aus, was vie­le nicht zu­ge­ben mö­gen: Die deut­sche Au­to­in­dus­trie, stolz auf ihre mil­li­ar­den­schwe­re Elektrooffen­si­ve, hat die Kon­trol­le über die Schlüs­sel­kom­po­nen­te der neu­en An­trie­be ver­lo­ren: die Bat­te­rie­tech­no­lo­gie. Für BMW, Daim­ler und Co. gal­ten Ak­kus bis zu­letzt als Com­mo­di­ty, so wie Stahl, den man ein­kauft, wie es ei­nem ge­ra­de passt. Doch an­ders als beim Stahl wird es künf­tig nur drei An­bie­ter ge­ben, al­les Asia­ten, die den Markt für Bat­te­rie­zel­len do­mi­nie­ren. Sie wer­den den Deut­schen auf Jah­re hin­aus die Prei­se dik­tie­ren. Wie das die schö­nen Elek­tro­plä­ne der hie­si­gen Kern­in­dus­trie ge­fähr­det, le­sen Sie in un­se­rer Ti­tel­ge­schich­te ab hier.

ALEX­AN­DER DI­BE­LI­US stach schon im­mer her­aus aus sei­ner Peer­group. Sei­ne Ide­en, Me­tho­den und Deals wa­ren im­mer spek­ta­ku­lä­rer als die der an­de­ren. Seit der Hei­rat mit der Schau­spie­le­rin Lai­la Ma­ria Witt macht der Ex-Gold­man-Sachs-Ban­ker und heu­ti­ge Deutsch­land-Chef des Fi­nanz­in­ves­tors CVC auch aus sei­nem Pri­vat­le­ben ein klei­nes Spek­ta­kel, in­sze­niert auf Ins­ta­gram. In der auf Zu­rück­hal­tung be­dach­ten In­ves­to­ren­sze­ne sorgt die­se Ex­al­tiert­heit für or­dent­lich Vi­bra­tio­nen. Als ihn dann auch noch mei­ne Kol­le­gen Sven Clau­sen und An­ge­la Mai­er um ein Ge­spräch ba­ten, war Di­be­li­us zu­nächst mit­tel­schwer ge­nervt. Die drei tra­fen sich im „Ho­tel de Rome“ in Ber­lin, wo Di­be­li­us, der um die Ecke wohnt, re­gel­mä­ßig im Gym trai­niert. War­um er sich da­bei fil­men lässt, wie er (mit frei­em Ober­kör­per) sei­ne Lai­la Ma­ria als Le­bend­ge­wicht stemmt, und ob er da­mit Schwä­chen sei­ner Per­for­mance als In­ves­tor über­de­cken will, le­sen Sie in un­se­rem Por­trät „Der Ex­tre­mist“ ab hier.

ZWEI VON DREI BÖRSEN­NEU­LIN­GEN ha­ben im Jahr vor dem Han­dels­start kein Geld ver­dient, der hohe Cash­burn droht selbst bei Nas­daq-100-Mit­glie­dern dem­nächst die Bar­re­ser­ven auf­zu­zeh­ren: Das ist kein Rück­blick auf den Dot­com-Wahn der Jahr­tau­send­wen­de, son­dern hoch ak­tu­ell. Der Bör­sen-Voo­doo ist zu­rück, die Par­al­le­len, die zum Crash führ­ten, sind frap­pie­rend. Man­che Bör­sen­kan­di­da­ten ma­chen nicht ein­mal Um­satz: Als mein Kol­le­ge Mark Bö­schen den IT-Ent­wick­ler Kian Schrei­ber in Ber­lin traf, kam der 26-Jäh­ri­ge ge­ra­de aus In­di­en zu­rück, wo er In­ves­to­ren für sei­ne Kryp­towäh­rung Hi­cky auf­ge­tan hat­te. Die soll zum Nut­zen ei­ner neu­en Da­ting­app be­rech­ti­gen, die es noch nicht gibt. Wie Gier wie­der mal Hirn frisst: ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.