DIE ÖKONOMIE DER ...

Fluchtur­sachen

Entwicklungshilfe soll den Migrationsdruck verringern. Ist sie erfolgreich, bewirkt sie aber oft das Gegenteil.
Von Christian Schütte

Einen no­blen Satz fand die neue Gro­Ko für ihre Zu­wan­de­rungs­po­li­tik: „Wir wol­len Flucht­ur­sa­chen be­kämp­fen, nicht die Flücht­lin­ge“, heißt es im Ko­ali­ti­ons­ver­trag. Was da­für kon­kret zu tun ist, soll dem­nächst eine Kom­mis­si­on „Flucht­ur­sa­chen“ im Bun­des­tag un­ter­su­chen.

Schon ver­ein­bart ha­ben die Ko­ali­tio­nä­re, dass es mehr Geld für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ge­ben wird. Die Idee scheint ja auch na­he­lie­gend: Mehr Wohl­stand in Afri­ka ist nicht nur für sich ge­nom­men ein er­stre­bens­wer­tes Ziel. Eine Ver­bes­se­rung der Wirt­schafts­la­ge könn­te auch vie­le Grün­de für die Mi­gra­ti­on in Rich­tung Eu­ro­pa be­sei­ti­gen.

Die neue Bun­des­tags­kom­mis­si­on wird frei­lich fest­stel­len, dass die Wirk­lich­keit kom­pli­zier­ter ist: „Wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in ar­men Län­dern führt ty­pi­scher­wei­se zu ei­nem An­stieg der Mi­gra­ti­on“, lau­tet das Fa­zit ei­ner neu­en Stu­die der Öko­no­men Mi­cha­el Cle­mens und Han­nah Pos­tel vom Wa­shing­to­ner Cen­ter for Glo­bal De­ve­lop­ment. Erst wenn ein Land ein mitt­le­res Ein­kom­mens­ni­veau er­reicht habe, las­se der Drang zur Aus­wan­de­rung all­mäh­lich wie­der nach. Selbst mit ei­nem dau­er­haf­ten Wirt­schafts­wun­der bräuch­ten gro­ße Tei­le Sub­sa­ha­ra-Afri­kas noch Jahr­zehn­te, bis sie an die­sen Wen­de­punkt kom­men.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.