Ab­fahrt Ein Schnell­zug ver­lässt die Neue Zone bei Lanz­hou. Da­hin­ter ent­steht ein The­men­park mit Ko­pi­en von Akro­po­lis, Sphinx und Ver­bo­te­ner Stadt.

TRENDS

Des Kaisers langer Gürtel

CHINA KP-Chef Xi Jinping hat eine Vision: Gigantische neue Trassen sollen sein Land mit der Welt verbinden. In Zentralasien fahren die Züge schon. Bilder einer Route zwischen Heute und Morgen.
Fotografiert von Davide Monteleone

Am An­fang war die Sei­den­stra­ße: Gleich bei sei­nem An­tritts­be­such in Ka­sachs­tan 2013 schlug Chi­nas neu­er Staats­chef den Nach­barn ei­nen Wirt­schafts­gür­tel vor, der auf den al­ten Han­dels­rou­ten „fast drei Mil­li­ar­den Men­schen und den größ­ten Markt der Welt“ um­fas­sen wer­de. Heu­te gilt Xi Jin­pings In­itia­ti­ve als das Leit­kon­zept ei­ner auf Jahr­zehn­te an­ge­leg­ten Geo­po­li­tik. Pe­king kön­ne da­mit „die Welt­han­dels­ord­nung der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on schaf­fen“, sagt Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser. Den Auf­bau ei­nes neu­en neo­mer­kan­ti­lis­ti­schen Im­pe­ri­ums be­fürch­ten Skep­ti­ker.

„One Belt, One Road“ (OBOR) hieß das Kon­zept zu­nächst, heu­te läuft es un­ter „Belt and Road In­itia­ti­ve“ (BRI). Sein ge­nau­er In­halt bleibt – mit Ab­sicht – vage. Klar ist nur, dass ein eu­ra­si­scher Land­gür­tel (Belt) und ein ma­ri­ti­mes Stra­ßen­netz (Road) bis Mit­te des 21. Jahr­hun­derts eine Lo­gis­tik für ra­san­tes Han­dels­wachs­tum schaf­fen sol­len. Schon fast 70 Län­der um­fasst die BRI, bis weit nach Süd­asi­en und Afri­ka greift sie aus. Von Ge­samt­in­ves­ti­tio­nen bis zu 1000 Mil­li­ar­den Dol­lar ist die Rede.

Ei­nen ge­schlos­se­nen Mas­ter­plan gibt es nicht – nur eine ste­tig wach­sen­de Samm­lung von In­fra­struk­tur­pro­jek­ten, die sich all­mäh­lich zum gro­ßen Puz­zle fü­gen kön­nen. Die BRI sei letzt­lich eine „Er­zäh­lung“, sagt Tho­mas Eder vom Ber­li­ner Thinktank Me­rics: Ein über­wöl­ben­des, aber of­fe­nes Nar­ra­tiv der Si­cher­heits- und Wirt­schafts­po­li­tik. Das Chi­na Xis macht da­mit An­ge­bo­te nach au­ßen und gibt zu­gleich sei­nen ei­ge­nen Füh­rungs­kräf­ten stra­te­gi­sche Ori­en­tie­rung.

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