TRENDS

NICHTS IST UNMÖGLICH

INDUSTRIE 4.0 Deutsche Unternehmen entwickeln den 3-D-Druck zur Industriereife. Können sie ihren Vorsprung – anders als in der Solar- und Windbranche – in ein Milliardengeschäft verwandeln?

NICHT MACH­BAR gibt es in der ad­di­ti­ven Pro­duk­ti­on nicht mehr. In­dus­tri­el­ler 3-D-Druck fer­tigt Wun­der­din­ge jetzt auch in Groß­se­rie.

Die Zu­kunft ver­steckt sich zwi­schen der Au­to­bahn­aus­fahrt Feu­er­bach und dem bür­ger­li­chen Wohn­ge­biet am Beu­ten­bach. Ein un­schein­ba­res Be­ton­ge­bäu­de im Ge­wer­be­hof, eine Glas­tür ohne Na­mens­schild, da­hin­ter ein Ge­trän­ke­au­to­mat und Put­zei­mer. Nichts deu­tet auf den High­techhot­spot am Rand des schwä­bi­schen Dit­zin­gen hin.

Bis man drin ist in der Hal­le: Al­les hier ist kli­nisch rein, die In­ge­nieu­re tra­gen wei­ße Kit­tel und Schutz­bril­len, hin­ter Pan­zer­glas­schei­ben zie­hen La­ser­strah­len blit­zen­de Spu­ren in ein schim­mern­des Pul­ver­bett. Auf ei­nem Tisch steht ein vier­z­acki­ger Werk­zeug­ein­satz, sein di­gi­ta­les Eben­bild leuch­tet auf dem Bild­schirm in Blau-Grün: Er hat die Qua­li­täts­prü­fung be­stan­den. Sei­ne Ober­flä­che ist so per­fekt wie die ei­nes Fein­guss­teils, der Clou aber ist das ge­schwun­ge­ne or­ga­ni­sche In­nen­le­ben des Vier­z­acks: Das kühlt ihn, er­höht sei­ne Zug- und Bruch­fes­tig­keit und ist mit kon­ven­tio­nel­len Me­tho­den nicht zu er­zeu­gen.

„Wir ma­chen das Un­mög­li­che mög­lich“, preist To­bi­as Baur die Fä­hig­kei­ten der 3-D-Dru­cker, die im La­bor des Ma­schi­nen­bau­ers Trumpf Me­tall­pul­ver zu küh­nen Kon­struk­ten ver­schmel­zen. Der Di­rek­tor des Be­reichs Ad­di­ti­ve Ma­nu­fac­tu­ring lässt aus­tüf­teln, wie hoch­kom­ple­xe Werk­t­ei­le „ro­bust, pro­zess­si­cher und un­end­lich oft mit iden­ti­schem Er­geb­nis“ ge­fer­tigt wer­den kön­nen. Pe­ter Lei­bin­ger, Mit­in­ha­ber und Chef­tech­no­lo­ge von Trumpf, will die 3-D-Dru­cker naht­los in die Ma­schi­nen­parks von Fa­bri­ken ein­fü­gen. Nur so kann er sei­ne teu­ren Tru­Print-An­la­gen in aus­rei­chen­der Stück­zahl ver­kau­fen. „500 Mil­lio­nen Euro Um­satz in fünf bis sie­ben Jah­ren“ will der La­ser­spe­zia­list mit Ad­di­ti­ve Ma­nu­fac­tu­ring, kurz AM, er­zie­len. Der Ma­schi­nen­bau­er denkt groß – in in­dus­tri­el­ler Se­rie.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.