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DER NEUE NEUE MARKT

TECHBLASE Euphorische Anleger, Megafusionen, gehypte Börsengänge und Cashburn-Rekorde: Die Exzesse der Dotcom-Ära kehren zurück. Mit Kryptocoins lassen sich heute sogar noch leichter Millionen einsammeln als während der Internetmanie 2000.

2018: KO­DAK­CO­IN Der Ber­li­ner An­walt Jan Den­ecke will Bild­ho­no­ra­re mit ei­ner ei­ge­nen Kryp­towäh­rung durch­set­zen. Er gilt als Ko­daks letz­te Hoff­nung.

Jan Den­ecke (44) ist die letz­te Hoff­nung des hoch ver­schul­de­ten US-Un­ter­neh­mens Ko­dak. Da­bei hat der Deut­sche den Fir­men­sitz in Ro­ches­ter, New York, noch nie von in­nen ge­se­hen. Sei­nen ers­ten gro­ßen Auf­tritt hat­te Den­ecke am 9. Ja­nu­ar in Las Ve­gas: Auf der Elek­tro­nik­mes­se CES stell­te er an der Sei­te von Ko­dak-CEO Jeff Clar­ke das Pro­jekt Ko­da­kO­ne vor, das die Bild­rech­te von Fo­to­gra­fen im In­ter­net durch­set­zen soll. Bin­nen Stun­den ex­plo­dier­te der Ak­ti­en­kurs: Mit 220 Mil­lio­nen Dol­lar ist der Bör­sen­wert nun fast dop­pelt so hoch wie vor der Pres­se­kon­fe­renz.

Vier Wo­chen spä­ter steht Den­ecke in sei­nem West­ber­li­ner Büro, blickt auf die knall­gel­be Fas­sa­de des Al­ten­heims „Ru­he­sitz am Zoo“ und denkt dar­über nach, was er noch pa­cken muss, be­vor er in zwei Ta­gen mit Frau und Kind nach Ve­nice Beach auf­bricht. In sei­nem neu­en Of­fice am Stadt­strand von Los An­ge­les will er in den nächs­ten drei Mo­na­ten sein Ko­dak-Pro­jekt vor­an­trei­ben und In­ves­to­ren an­spre­chen.

Der Ber­li­ner Rechts­an­walt ver­dien­te sein Geld eine Zeit lang mit dem Ab­mah­nen von Teen­agern we­gen il­le­ga­ler Mu­sik­down­loads. Zu­dem be­treibt er mit Freun­den den Klub „Hau­ben­tau­cher“ auf dem RAW-Par­ty­ge­län­de, der gut be­sucht ist, auch dank un­er­müd­li­chen Mar­ke­tings: Im April 2016 kam Til Schwei­ger zur Sai­son­er­öff­nung an den Au­ßen­pool.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.