KAI­SER KARL Bei der Pa­ri­ser Schau im März sah man Karl La­ger­feld sei­ne 84 Jah­re deut­lich an. Wenn der Mo­de­schöp­fer geht, ver­liert Cha­nel nicht nur sei­nen Chef­de­si­gner, son­dern auch sein Ge­sicht.

LEBEN

AU REVOIR

CHANEL Seit mehr als drei Dekaden ist Karl Lagerfeld das Gesicht der Mode-Ikone, er hat das Luxuslabel zum Mythos gemacht. Doch nun verliert Chanel gegenüber seinen Rivalen an Boden. Das Problem: Die Führungsriege des Konzerns ist überaltert, einen Plan B für die Zeit nach Lagerfeld gibt es nicht.

Die bei­den äl­te­ren Her­ren auf den hin­te­ren Rän­gen fal­len nicht wei­ter auf. Nur ihre schlich­ten An­zü­ge und die grü­nen Par­kas wir­ken ir­gend­wie de­plat­ziert ne­ben den Ro­ben der fei­nen Herr­schaf­ten, ein­ge­flo­gen aus al­ler Welt, um dem Ge­sche­hen bei­zu­woh­nen, das zwei­mal im Jahr ge­bo­ten wird: Hau­te Cou­ture à Pa­ris, Grand Pa­lais – gro­ßes Spek­ta­kel, Puls am An­schlag.

Die neu­es­ten Krea­tio­nen von Karl La­ger­feld, dem Cha­nel-Schöp­fer, wer­den prä­sen­tiert, vor ver­sil­ber­ten Ve­xier­spie­geln, die Fa­shio­nis­tas hal­ten die Luft an. Nach gut 20 Mi­nu­ten De­fi­lee ent­lädt sich die Span­nung in ra­sen­dem Bei­fall, als der Meis­ter zum Schluss mit sei­nen Mo­dels die Eh­ren­run­de dreht. Seit De­ka­den ist es das glei­che Pro­ze­de­re, wo­bei La­ger­feld von Mal zu Mal ge­brech­li­cher wirkt. Er wird im Sep­tem­ber 85.

Die zwei grau­en Män­ner wei­ter hin­ten sprin­gen auf von ih­ren Sit­zen. Sie wol­len La­ger­feld hin­ter der Büh­ne hul­di­gen. Aber nur ei­ner kommt durch. Dem an­de­ren lau­fen lang­bei­ni­ge Schö­ne in die Que­re, er bleibt ste­hen und ver­sperrt ei­ner ba­ro­cken Kun­din die Sicht. Die lässt sich das nicht bie­ten, schubst den Mann zur Sei­te. Ma­dame ahnt nicht, wen sie da ge­ra­de aus dem Weg ge­räumt hat: ei­nen der bei­den Wert­hei­mer-Brü­der. Ih­nen ge­hört Cha­nel.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.