WIRTSCHAFTSKULTUR

Lektionen vom Spieltisch

Wer Entscheidungen als Wette betrachtet, ist erfolgreicher, erklärt Pokerass Annie Duke.

SCHAR­FER BLICK Po­ker­pro­fi An­nie Duke hält Ent­schei­der zur Selbst­kri­tik an

Mit 26 Jah­ren gab An­nie Duke ihr Dok­to­ran­den­pro­gramm in ko­gni­ti­ver Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät von Penn­syl­va­nia auf und ver­leg­te sich auf pro­fes­sio­nel­les Po­kern. In den 20 Jah­ren ih­rer Kar­rie­re sam­mel­te sie mehr als vier Mil­lio­nen Dol­lar Preis­geld ein und ge­wann das be­gehr­te Arm­band in der World Se­ries of Po­ker, der pres­ti­ge­träch­tigs­ten Tur­nier­se­rie. Die Leh­ren aus die­ser Zeit hat sie nun in ei­nem Buch zu­sam­men­ge­fasst – es ist eine Art nach­ge­hol­te Dis­ser­ta­ti­on.

„Thin­king in Bets“ ist ge­schrie­ben für Ma­na­ger. Po­ker­spie­ler und Wirt­schafts­bos­se, so die psy­cho­lo­gisch ge­schul­te Zo­cke­rin, hät­ten ei­nes ge­mein­sam: Sie müs­sen in Un­si­cher­heit und un­ter Zeit­druck ent­schei­den, mit mas­si­ven fi­nan­zi­el­len Kon­se­quen­zen.

Dass dies oft ge­nug schief­geht, weiß man seit den For­schun­gen Da­ni­el Kah­nem­ans, die Duke an­schau­lich und mit vie­len Bei­spie­len auf ihr Me­tier über­trägt. Der Mensch über­schätzt sich, ver­wech­selt glau­ben und wis­sen und schreibt sein Schei­tern dem Zu­fall zu (bei an­de­ren hält er es für Un­fä­hig­keit). Sehr gute Po­ker­spie­ler ver­su­chen, zu sich selbst auf Dis­tanz zu ge­hen: Sie be­trach­ten ei­nen Sieg we­der als Ge­nie­streich noch als pu­res Glück, son­dern als ein Zwi­schen­ding: eine Wet­te. „Wir ge­win­nen Wet­ten, in­dem wir un­se­re An­nah­men über die Welt scho­nungs­los neu fas­sen, wenn es nö­tig ist“, schreibt Duke.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.