VORSICHT, GLAS!

„Rar, fein, einzigartig“

Drei Weine: zum Entdecken, zum Mitreden – und zum Versacken.

JAN KO­NETZ­KI (37), ge­fei­er­ter deut­scher Som­me­lier und Di­rec­tor of Wine im Lon­do­ner „Four Sea­sons“ und „Ten Tri­ni­ty Squa­re Pri­va­te Club“, schenkt ein.

1 Zum Ent­de­cken: Bur­gund ist das neue Bor­deaux

Bur­gund ist wie ein Kar­ten­spiel, das man auf den Tisch wirft: Es gibt ganz un­ter­schied­li­che La­gen von Grands Crus oder Clos (ein­zel­ne Wein­ber­ge), die häu­fig sehr ver­steckt sind. Und weil die Flä­chen so klein sind – das Bur­gund kommt nur auf ein Vier­tel der Re­ben des Bor­deaux –, tei­len sich oft meh­re­re Win­zer eine Lage. Vie­le der groß­ar­ti­gen Wei­ne wer­den in kleins­ten Men­gen her­ge­stellt. Das treibt na­tür­lich den Preis, aber den sind die Wei­ne auch wert. Um bei den Kri­ti­kern zu punk­ten, sind Bor­deaux­wei­ne zu­letzt im­mer kräf­ti­ger ge­wor­den, mehr Holz, mehr Al­ko­hol. Des­halb wei­chen vie­le in­zwi­schen aus aufs Bur­gund: Die Wei­ne von dort sind kom­plex, ele­gant und deut­lich leich­ter, las­sen sich also bes­ser trin­ken. Ich habe schon seit Jah­ren eine Schwä­che für die Pre­mier-Cru-Lage Clos Saint-Jac­ques in Ge­v­rey-Cham­ber­tin. Die 6,7 Hekt­ar tei­len sich acht Win­zer, je­der kel­tert nur ein Fass. Die mar­kan­tes­ten und mas­ku­lins­ten Pi­nots noirs kom­men von hier. Be­son­ders gute Wei­ne macht Jean-Ma­rie Four­ri­er, sie ha­ben eine leicht sa­li­ne Note, die ih­nen eine Prä­gnanz und Wür­zig­keit ver­leiht, wie sie im Bur­gund sonst kei­ner hat. Die bes­ten Jahr­gän­ge sind 2002, 2005 und 2010. Der fei­ne Wein passt gut zu ele­gan­ten Spei­sen und Trüf­feln.

2 Zum Mit­re­den: Es muss nicht Krug sein

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.