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UN GRAND CRU

AXA Wie schafft es ein Deutscher, Chef des französischen Großversicherers Axa zu werden, die Strategie umzuwerfen, den Kurs zum Fallen zu bringen – und trotzdem geliebt zu werden? Thomas Buberl weiß es.

LE PRE­MIER Ein Deut­scher als Chef ei­ner fran­zö­si­schen Fi­nan­zi­ko­ne – vor Tho­mas Bu­berl hat das noch kei­ner ge­schafft

Es ist der ers­te Mon­tag im März, mit­tags kurz nach halb zwei. Tho­mas Bu­berl (45) be­tritt sei­ne Büh­ne, 52 Chis­well Street, we­ni­ge Me­ter von der eu­ro­päi­schen Zen­tra­le der XL Group ent­fernt, ei­nem der wich­tigs­ten In­dus­trie- und Rück­ver­si­che­rer der Welt. Man hat den Saal ge­mie­tet, da­mit ihn alle se­hen kön­nen. Gut 400 Leu­te ste­hen vor ihm, meh­re­re Hun­dert ver­fol­gen den Auf­tritt auf ih­ren Com­pu­ter­schir­men. Für die Num­mer eins des Axa-Kon­zerns ist es der Schluss­punkt ei­nes lan­gen Wo­chen­en­des. Es ist der Tag, an dem er, der Deut­sche, ein fran­zö­si­sches Haus von Welt­gel­tung un­wi­der­ruf­lich in eine neue, in sei­ne Rich­tung schie­ben wird.

Den Sams­tag und den Sonn­tag über han­del­te er noch die letz­ten De­tails des lan­ge vor­be­rei­te­ten Über­nah­me­pakts aus. Vor drei Stun­den erst hat er den Deal in der Pa­ri­ser Zen­tra­le ent­hüllt. Mehr als 15 Mil­li­ar­den Dol­lar will er für den US-Kon­kur­ren­ten aus­ge­ben. Der Zu­kauf wird den Axa-Kon­zern, den Bu­berls Vor­gän­ger zu ei­nem glo­ba­len Schwer­ge­wicht in der Al­ters­vor­sor­ge­in­dus­trie auf­ge­baut hat­ten, neu aus­rich­ten: Der Blick geht von nun an stär­ker auf das Ge­schäft mit Sach­ver­si­che­run­gen, ins­be­son­de­re auf die Ab­si­che­rung in­dus­tri­el­ler Groß­ri­si­ken und Na­tur­ka­ta­stro­phen.

Tho­mas der Er­obe­rer steht vor sei­ner Beu­te und gibt sich de­mü­tig. Er weiß, dass es in die­sen Mo­men­ten vor al­lem dar­auf an­kommt, den „Op­fern“ Re­spekt zu zol­len, sie durch ei­nen all­zu selbst­be­wuss­ten Auf­tritt nicht noch wei­ter zu ver­un­si­chern. Er will die un­ver­meid­li­chen Be­gleit­erschei­nun­gen von Fu­sio­nen so klein wie mög­lich hal­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2018.