LEBEN

DAS PARIS-PROJEKT

ESTABLISHMENT Jung, kühn und digital: Unter Emmanuel Macron erblüht die Metropole zur neuen Hauptstadt Europas. Der Präsident verzaubert Manager, kappt alte Zöpfe und formt eine neue Elite.

LEUCHT­TURM Vor drei Jah­ren noch ver­wun­det vom Ter­ror, zeigt Pa­ris mit sei­nem Eif­fel­turm heu­te an­de­ren Haupt­städ­ten, wo es lang­geht

Wenn Em­ma­nu­el Ma­cron zur Show­time ruft, müs­sen alle an­tre­ten. 16 sei­ner Mi­nis­ter zi­tier­te er Ende Ja­nu­ar zum Speed­da­ting mit 140 CEOs aus der hal­ben Welt, um sich die An­lie­gen an­zu­hö­ren von Big Shots wie She­ryl Sand­berg (48; Face­book), Sun­dar Pich­ai (45; Goog­le), Lloyd Blank­fein (63; Gold­man Sachs), Ja­mie Di­mon (62; J.P. Mor­gan), Ja­mes Quin­cey (53; Coca-Cola) oder Bill Mc­Der­mott (56; SAP). Eine Ver­kaufs­mes­se für ein ein­zi­ges Pro­dukt: Frank­reich. Die Ku­lis­se: das Schloss von Ver­sailles. Der Claim: „Choo­se Fran­ce“.

Abends lud der Prä­si­dent die Bos­se zum Din­ner, die Tisch­re­de hielt er auf Eng­lisch. Ge­ta­felt wur­de in der 120 Me­ter lan­gen Ga­le­rie des Ba­tail­les, an de­ren Wän­den rie­si­ge Ölbil­der hän­gen, die an Frank­reichs his­to­ri­sche Sie­ge er­in­nern. Ma­cron(40) ist ein Meis­ter der Sym­bo­le: Na­po­le­ons Ka­no­nen don­nern für „French Tech“.

Choo­se Fran­ce – fast kein Tag ver­geht, an dem Ma­cron nicht in die­ser Mis­si­on un­ter­wegs ist. Auf dem all­jähr­li­chen deutsch-fran­zö­si­schen CEO-Gip­fel im Sep­tem­ber in Evi­an plä­dier­te er für mehr Wett­be­werbs­fä­hig­keit, sprach kun­dig über Di­gi­ta­li­sie­rung, rüt­tel­te am Tabu der EU-Agrar­po­li­tik und er­läu­ter­te sei­ne Steu­er­re­form. Die sieht eine Flat­rate von 30 Pro­zent auf Ka­pi­tal­ein­kom­men vor, die Ver­mö­gen­steu­er wird weit­ge­hend ab­ge­schafft. Und die Kör­per­schaft­steu­er soll bis 2022 von 33 auf 25 Pro­zent sin­ken.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2018.