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Katjes no no no

KATJES Der Fruchtgummihersteller kauft Konkurrenten auf, um schnell zu wachsen. Doch damit produziert er vor allem Ärger und Schulden.

Eine jun­ge Frau, ge­hüllt in ei­nen Schlei­er, nascht Frucht­gum­mi. Na­tür­lich ge­la­ti­ne­frei und da­mit ge­treu den mus­li­mi­schen Glau­bens­vor­stel­lun­gen ha­l­al, also er­laubt. So wie im ak­tu­el­len Wer­be­spot in­sze­nie­ren Kat­jes-Chef To­bi­as Bach­mül­ler (61) und Ei­gen­tü­mer Bas­ti­an Fas­sin (45) ihre Mar­ke gern: jung, frech, auf der Höhe der Zeit. Das Duo pin­selt das Bild vom sym­pa­thisch-pro­gres­si­ven Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men.

Doch die­ses Image geht nicht mehr ein­her mit dem Ge­schäfts­ge­ba­ren. Der Kat­zen­pföt­chen­her­stel­ler fährt ri­go­ros die Kral­len aus und äh­nelt ei­nem ag­gres­si­ven Fi­nanz­in­ves­tor, der Jagd auf Tra­di­ti­ons­be­trie­be macht. Das Pro­blem ist nur: Die voll­mun­di­gen Syn­er­gie­ver­spre­chen wer­den nicht ein­ge­löst. Der am­bi­tio­nier­te Plan, den Um­satz alle fünf Jah­re zu ver­dop­peln und ir­gend­wann ein­mal auf Au­gen­hö­he mit dem Mil­li­ar­den­kon­zern Ha­ri­bo zu kom­men, droht zu schei­tern.

Als Bach­mül­ler vor 22 Jah­ren zu Kat­jes stieß, steck­te der Frucht­gum­mi­her­stel­ler mit­ten in ei­nem Nach­fol­ge­di­lem­ma. Kat­jes-Pa­tri­arch Klaus Fas­sin, der nach der Tei­lung des vä­ter­li­chen Be­triebs aus den Nie­der­lan­den ins deut­sche Gren­zört­chen Em­me­rich ge­zo­gen war und seit 1950 La­kritz pro­du­zier­te, war 65 ge­wor­den und woll­te sei­nen Ru­he­stand ge­nie­ßen. Doch sein ein­zi­ger Sohn Bas­ti­an stu­dier­te noch. Also über­re­de­te er Bach­mül­ler, da­mals Top­ma­na­ger beim Le­bens­mit­tel­mul­ti Kraft, sei­nen gut do­tier­ten Job zu kün­di­gen und bei ihm aus­zu­hel­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2018.