TRENDS

DIE KAMMER DES SCHRECKENS

BEHÖRDEN Ob bei Energie oder Telekommunikation – ohne die Bundesnetzagentur läuft gar nichts mehr. Vielen Konzernen gilt sie als Feindbild. Ein Report über Deutschlands mächtigstes Amt.

DER RE­GU­LIE­RER Der Bun­des­netz­agen­tur wer­den im­mer mehr Auf­ga­ben über­tra­gen. Das be­deu­tet viel Ar­beit für Be­hör­den­chef Jo­chen Ho­mann, aber auch eine star­ke Macht­po­si­ti­on. Und zwar noch bis 2022, dann en­det sei­ne Amts­zeit.

Jochen Ho­mann (64) scheut auch die un­ge­heu­ren, die höl­li­schen Ver­glei­che nicht. Auf ei­ner Ta­gung kom­mu­na­ler Un­ter­neh­men wur­de der schlan­ke Mann mit der Bril­le und den nach vorn ge­kämm­ten Haa­ren ein­ge­führt mit: „Jetzt be­kommt das Wort der leib­haf­ti­ge ... (dra­ma­tur­gi­sche Pau­se) ... Prä­si­dent der Bun­des­netz­agen­tur.“ Seit­her be­nutzt Ho­mann, ein Fan des sub­ti­len Hu­mors, die teuf­li­sche Ana­lo­gie selbst: „Hier kommt der Leib­haf­ti­ge ...“

Er emp­fängt an sym­bol­träch­ti­gem Ort. Die Bun­des­netz­agen­tur sie­delt in Haus 4 am Tul­pen­feld, in ei­nem kas­ten­för­mi­gen Hoch­haus, das zu Zei­ten der Bon­ner Re­pu­blik von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten be­legt war. Gut 2900 Be­schäf­tig­te ar­bei­ten für die Be­hör­de, die aus dem ver­bli­che­nen Post­mi­nis­te­ri­um her­vor­ge­gan­gen ist.

Im­mer mehr un­an­ge­neh­me, kon­flikt­be­la­de­ne Auf­ga­ben hat die Po­li­tik an die Agen­tur ab­ge­ge­ben, so ist sie zum mäch­tigs­ten Amt der Re­pu­blik mu­tiert. Sie be­stimmt die in­dus­tri­el­len Stan­dards für die En­er­gie- und Di­gi­tal­wen­de, die zen­tra­len Gro­Ko-Wirt­schafts­pro­jek­te, dik­tiert die Ent­gel­te und Ge­büh­ren und steu­ert so die Pro­fi­ta­bi­li­tät von Groß­un­ter­neh­men wie Deut­sche Te­le­kom, Post, Bahn oder Eon, die 2017 zu­sam­men rund 37 Mil­li­ar­den Euro Ge­winn er­wirt­schaf­te­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2018.