Hall of Fame

Bahamas? Ade! Ralph Dommermuth (54) hat Rechnungen über ein paar Hunderttausend Mark verschickt, aber seine Kunden zahlen nicht, sie kündigen ihre Verträge. Anstatt mit dem eingeplanten Gewinn in den Karibikurlaub zu düsen, will der Gründer aufgeben. Wir schreiben das Jahr 1988.

FREI­ER RA­DI­KA­LER Im Mo­bil­funk, bei In­ter­net­zu­gän­gen oder beim Hos­ting trotzt Ralph Dom­mer­muth seit Jahr­zehn­ten grö­ße­ren Kon­kur­ren­ten wie der Deut­schen Te­le­kom.

Abends beim Ita­lie­ner im Ten­nis­klub ne­ben­an kann ihn sein Part­ner Wen­de­lin Ab­resch (65) nur mit Mühe über­re­den, we­nigs­tens eine Nacht drü­ber zu schla­fen. Am nächs­ten Mor­gen kommt Dom­mer­muth in Ab­reschs Büro und hat die ret­ten­de Idee. Er pfeift auf Ge­winn und Ka­ri­bik. Statt­des­sen wan­delt er die Schul­den der Kun­den zu zwei Drit­tel in Gut­schrif­ten um – und die stor­nie­ren ihre Kün­di­gun­gen.

Dom­mer­muths Ge­schäft in den jun­gen Jah­ren des PC-Zeit­al­ters, durch An­zei­gen­bei­la­gen für Soft­ware­fir­men in Zeit­schrif­ten Kun­den wie Apo­the­ker oder Zahn­ärz­te zu ak­qui­rie­ren, wird zu ei­ner Gold­ader. „Wenn es eng wird, hat Herr Dom­mer­muth stets die bes­ten Ide­en“, sagt sein frü­he­rer Part­ner Ab­resch heu­te.

Dass Dom­mer­muth spä­ter ei­nen der er­folg­reichs­ten hei­mi­schen In­ter­net­kon­zer­ne auf­bau­en konn­te, ver­dankt er vor al­lem den Ge­win­nen aus dem ana­lo­gen Ge­schäft mit Prin­t­an­zei­gen. In­zwi­schen setzt United In­ter­net 4,2 Mil­li­ar­den Euro im Jahr um, der Brut­to­be­triebs­ge­winn kratzt an der Mil­li­ar­den­mar­ke, an der Bör­se ist die Fir­ma elf Mil­li­ar­den Euro wert. 40 Pro­zent der Ak­ti­en ge­hö­ren dem Grün­der noch selbst, das macht ihn zu ei­nem der 25 reichs­ten Deut­schen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2018.