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TROJANISCHE RÄDER

BIKESHARING Die Invasion der Fahrräder wirkt irrwitzig. Doch dahinter stecken Milliarden Euro – und ein ganz großer Plan.

MAS­SE IST TRUMPF Vor­bild Cheng­du: Im Süd­wes­ten Chi­nas ste­hen Leih­rä­der von Ofo an ei­ner U-Bahn-Sta­ti­on. Durch die Mas­se der Rä­der wur­de Bikesha­ring dort zum Er­folg. Nun rollt der An­griff in Deutsch­land.

Der An­griff aus Chi­na wird mit ei­nem wei­ßen Kas­ten­wa­gen ohne Fir­men­lo­go ge­fah­ren. Er kurvt durch Ber­lin, vol­ler gel­ber Rä­der mit schwar­zem Auf­druck: Ofo. So heißt das Bikesha­ring-Start-up, das welt­weit 32 Mil­lio­nen Fahr­ten täg­lich ver­bucht – drei­mal so vie­le wie der Fahr­dienst Uber. Bis­lang vor al­lem in Chi­na. Doch das soll sich nun än­dern.

Ni­kos Statho­pou­los (30), ein ge­bür­ti­ger Athe­ner mit Drei­ta­ge­bart, ist an die­sem Mor­gen aus Ams­ter­dam nach Ber­lin ge­flo­gen und hat sich eine gel­be Warn­wes­te an­ge­zo­gen. Statho­pou­los ist „Laun­cher“; er küm­mert sich dar­um, das Ge­schäft in neu­en Märk­ten aus­zu­rol­len. In Pa­ris und Mai­land hat er Ofo be­reits an den Start ge­bracht. Nun bremst sein Kas­ten­wa­gen an ei­ner Kreu­zung nahe dem Zoo. Eine Ana­ly­se der Da­ten ers­ter Nut­zer zeigt, dass es hier an Rä­dern man­gelt. Statho­pou­los springt her­aus und wuch­tet mit sei­nem Kol­le­gen drei Ofo-Rä­der aus dem Lie­fer­wa­gen. Er drückt das Rie­gel­schloss run­ter, das Rad piepst. Es ist aus­leih­be­reit.

Ofo ist der Pio­nier ei­ner neu­en Form der Fahr­rad­lei­he, die das Ge­schäft mit dem Nah­ver­kehr in kür­zes­ter Zeit auf den Kopf ge­stellt hat. Bikesha­ring war lan­ge die so öko­lo­gisch kor­rek­te wie öko­no­misch be­mit­lei­dens­wer­te Aus­prä­gung der Sharing Eco­no­my. Do­mi­niert wur­de das Busi­ness von sta­ti­ons­ba­sier­ten An­bie­tern, de­ren An­ge­bo­te von den Kom­mu­nen sub­ven­tio­niert wer­den muss­ten. In­ves­to­ren wink­ten ge­lang­weilt ab.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2018.