WIRTSCHAFTSKULTUR

Krieg als Kunst

Was Topmanager von Schlachtenlenkern lernen können.

STUN­DE DES STRA­TE­GEN Er­folg­rei­che Feld­herrn wie Ju­li­us Cä­sar wa­ren Rea­lis­ten, sagt Au­tor Gad­dis

Zuge­ge­ben, es gibt kei­nen di­rek­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen der Fra­ge, wie es dem an­ti­ken Per­ser­kö­nig Xer­xes am Hel­le­s­pont er­ging, und der Auf­ga­be, ei­nen Kon­zern durchs vo­la­ti­le 21. Jahr­hun­dert zu steu­ern. Trotz­dem ist das neue Buch von John Gad­dis, US-His­to­ri­ker und an­er­kann­ter Ex­per­te für die Ge­schich­te des Kal­ten Kriegs, eine wert­vol­le Lek­tü­re für Ma­na­ger, die mal et­was an­de­res le­sen wol­len als die üb­li­chen Ex-und-hopp-Fi­beln über Füh­rung. Gad­dis bie­tet auf über 380 Sei­ten mun­ter er­zähl­te und tief re­flek­tier­te Aus­flü­ge in die Ge­schich­te der Kriegs­kunst, der Li­te­ra­tur und Phi­lo­so­phie, die fast wie ein Stu­di­um ge­ne­ra­le da­her­kom­men.

Das Buch ent­hält Fall­stu­di­en aus 16 Jah­ren, die in der le­gen­dä­ren Stra­te­gie­klas­se der US-Eli­te­uni­ver­si­tät Yale be­han­delt wur­den. Im Mit­tel­punkt ste­hen ent­schei­den­de Schlach­ten der His­to­rie, „denn gro­ße Stra­te­gie wur­de in der Ver­gan­gen­heit meist für die Kriegs­füh­rung ent­wi­ckelt“. Gad­dis' Haupt­bot­schaft, die er bis zum Ab­win­ken va­ri­iert: Zie­le las­sen sich in der Ima­gi­na­ti­on leicht bis ins Un­end­li­che stei­gern – er­reicht wer­den sie nur, wenn die rea­len Mit­tel dazu vor­han­den sind.

Klingt ba­nal, wird aber von gro­ßen Egos bis heu­te ver­nach­läs­sigt – mit fa­ta­len Fol­gen. Xer­xes schei­ter­te bei dem Vor­ha­ben, sei­ne Mam­mut­ar­mee über die Meer­enge zwi­schen sei­nem Reich und Grie­chen­land zu brin­gen, Na­po­le­on ließ sei­ne Sol­da­ten mit Som­mer­uni­for­men in Russ­land ein­mar­schie­ren, die Ame­ri­ka­ner – er­folgs­ver­wöhnt durch ihre Do­mi­nanz in zwei Welt­krie­gen – ver­zet­tel­ten sich in Viet­nam.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2018.