VORSICHT, GLAS!

Alte Welt trifft Neue

Ein verblüffender Weißwein aus einer raren Traube, ein Chilene mit Kante – und ein Starwinzer am Jakobsweg.

AUF AB­WE­GEN Das neu­es­te ex­tra­va­gan­te Pro­jekt von Star­win­zer Al­va­ro Pa­la­ci­os ent­wi­ckelt sein Nef­fe am Ja­kobs­weg

1 ZUM ENT­DE­CKEN

Ge­heim­tipp aus den Py­re­nä­en

In kei­ner Re­gi­on Frank­reichs wird so viel Wein pro­du­ziert wie im Rous­sil­lon am Mit­tel­meer. Sie ist kein neu­es Bur­gund oder Bor­deaux, aber es tut sich da ge­ra­de viel. Zu den auf­re­gends­ten Wei­nen ge­hö­ren die der Do­mai­ne Dan­jou-Ba­nes­sy, zwei Brü­der. Sé­bas­ti­en war Leh­rer, Be­noit half dem Groß­va­ter auf dem Wein­gut in Es­pi­ra-de-l'Agly. Der Ort ist eher für Süß­wei­ne be­kannt. Ihr tro­cke­ner Weiß­wein, Tipp ei­nes Kol­le­gen, hat mich so­fort mit­ge­ris­sen. Er schmeckt ei­gent­lich nach ei­nem viel küh­le­ren Kli­ma und nicht so, als ob er aus ei­ner Ge­gend mit 300 Son­nen­ta­gen im Jahr kommt. Das liegt an der Nähe zu den Py­re­nä­en, am kar­gen Bo­den (schwar­zer Schie­fer) – und ei­ner sel­te­nen Trau­be: Ca­ri­gnan Gris. Gleich der ers­te Schluck: wie ein gro­ßer Bur­gun­der, nur sal­zi­ger; weich, aber nicht but­t­rig; Säu­re, je­doch kaum Frucht. Nach ei­ner hal­ben Stun­de an der Luft riecht man Myr­rhe und an­de­re Ge­würz­no­ten, der Wein bleibt trotz­dem frisch. Nicht zu kalt trin­ken, bei 10 bis 12 Grad, am bes­ten aus ei­nem Bur­gun­der­glas. Per­fekt zu See­teu­fel, Wolfs­barsch, ge­reif­tem Schin­ken.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2018.