AUSFAHRT

Unbändiger Zweitonner

Der neue Porsche Cayenne ist schneller als ein 911er – vorausgesetzt, man achtet nicht so auf den Spritverbrauch.

Lange wur­de bei Por­sche dis­ku­tiert, mit wel­chen Mo­to­ri­sie­run­gen die neue Ca­yenne-Se­rie auf den Markt kom­men soll. Er­geb­nis: Vor­erst wer­den kei­ne Die­sel­an­trie­be mehr aus­ge­lie­fert. Das ist blöd für alle, die gern ihre Jacht, ihre Reit­pfer­de oder ihr Se­gel­flug­zeug per An­hän­ger mit­füh­ren und ein SUV be­vor­zu­gen, das auch un­ter Voll­last nur eine ver­tret­ba­re Men­ge Sprit ver­braucht. Ih­nen bleibt beim Ca­yenne der­zeit nur die Wahl zwi­schen drei Ben­zi­nern, von de­nen der kleins­te mit 340 PS laut Norm schon über neun Li­ter ver­braucht.

Das Top­mo­dell, der Tur­bo (was et­was ir­re­füh­rend ist, weil alle Ca­yenne-Mo­to­ren auf­ge­la­den sind), kommt auf 550 PS und schluckt auf der Au­to­bahn selbst bei zu­rück­hal­ten­der Fahr­wei­se über 16 Li­ter. Ver­gnü­gun­gen jen­seits des Tem­po­li­mits stei­gern den Ver­brauch auf über 20 Li­ter.

„Mehr El­fer than ever“ hat­te der Vor­stand den Ent­wick­lern mit auf den Weg ge­ge­ben. Her­aus kam da­bei nicht nur ein kon­tu­rier­te­res De­sign, son­dern auch or­dent­lich Fahr­power. Wer das Chro­no-Pa­ket (Auf­preis gut 1000 Euro) be­stellt, er­hält da­für ne­ben ei­ner Stopp­uhr im Ar­ma­tu­ren­brett ei­nen klei­nen Dreh­reg­ler im Lenk­rad. Da­mit las­sen sich vier Fahr­mo­di ab­ru­fen und per Druck­knopf in der Mit­te auch ein spe­zi­el­ler Boos­ter, der das enor­me Dreh­mo­ment von 770 New­ton­me­ter ent­fes­selt und das 2,2-Ton­nen-Ge­fährt eine hal­be Se­kun­de schnel­ler auf 100 Stun­den­ki­lo­me­ter ka­ta­pul­tiert, als das ein Ba­sis-911er schafft. Mit­hil­fe der Wank­sta­bi­li­sie­rung (Auf­preis 3272 Euro), dem Tor­que Vec­to­ring (knapp 1500 Euro), das die An­triebs­kräf­te in Kur­ven ge­zielt an die ein­zel­nen Hin­ter­rä­der ver­teilt, und dank der Misch­be­rei­fung wu­selt der Hoch­bei­ner über die Sträß­chen des bran­den­bur­gi­schen Hin­ter­lands wie eine El­rit­ze durch ein Ge­birgs­bäch­lein.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2018.