TRENDS

Wechsel­fieber

KARRIEREN Das Transfertempo beschleunigt sich. Wer beim Erzrivalen anheuert, kann sich oft deutlich verbessern – auch beim Gehalt. Doch Überläufer sollten ein paar Ratschläge beherzigen, sonst scheitern sie.

Der flie­gen­de Zu­lie­fe­rer Wolf-Hen­ning Schei­der (56) wird es wohl hin­ter kei­nem Werks­tor mehr zur gol­de­nen Uhr re­spek­ti­ve zum Ju­bi­lä­ums­bo­nus brin­gen. Nach 28 Jah­ren bei Bosch, Zwi­schen­stopp bei Mah­le (knapp drei Jah­re), steht er seit Fe­bru­ar an der Spit­ze des kri­seln­den Kon­kur­ren­ten ZF. Im­mer Kfz-Bran­che, im­mer eine Stif­tung als Ei­gen­tü­mer – das scheint der „Uni­que Sel­ling Point“ des Über­läu­fers zu sein. Die Mah­le-Stif­ter wa­ren al­ler­dings über die B-Note sei­nes Ab­gangs al­les an­de­re als amü­siert: Sie be­ka­men von dem ge­plan­ten Wech­sel of­fen­bar erst et­was mit, nach­dem ma­na­ger ma­ga­zin on­line dar­über be­rich­tet hat­te.

Job-Hop­ping als Chan­ce, re­gel­mä­ßi­ge Aus­schau nach Op­tio­nen auf der an­de­ren Sei­te des Zauns, das ist heu­te eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, auch bei Füh­rungs­kräf­ten, die we­ni­ger rou­ti­niert im Ab­schied­neh­men sind als Schei­der. Je­der weiß, dass eine „Le­bens­stel­lung“ al­len­falls noch vom Staat ga­ran­tiert wird. In den Zei­ten des Booms nimmt das Wech­sel­spiel so rich­tig Fahrt auf. Der Um­satz der Head­hun­ter-Bran­che ist in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren um über 20 Pro­zent ge­wach­sen, mehr als dop­pelt so schnell wie das Brut­to­in­lands­pro­dukt. 2017 nah­men die Per­so­nal­be­ra­ter erst­mals über zwei Mil­li­ar­den Euro ein (sie­he Gra­fik „Kopf­geld­re­kord“).

„Loya­li­tät reicht in vie­len Un­ter­neh­men von hier bis zur nächs­ten Schreib­ti­sche­cke“, sagt die Mün­che­ner Co­mi­tes-Ge­schäfts­füh­re­rin Ste­pha­nie Schorp. Wer­de ei­nem eine ro­si­ge Zu­kunft ver­spro­chen, Kar­rie­re­schritt in­klu­si­ve, „dann sprin­gen 90 Pro­zent der Leu­te“. Die per­sön­li­chen In­ter­es­sen zäh­len mehr als hoh­le Fir­men­hym­nen. Da ver­wan­deln sich an­ge­stell­te Ma­na­ger schnell in Un­ter­neh­mer und Image­opti­mie­rer in ei­ge­ner Sa­che.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2018.