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Herr Bezos zahlt nicht

AMAZON Hersteller und Händler fühlen sich übers Ohr gehauen.

Ger­hard Goll­nest (62) pro­du­ziert mit Goki put­zi­ges Holz­spiel­zeug für Kin­der, kann aber auch ein har­ter Kno­chen sein. An Ama­zon lie­fert er gar nicht mehr, weil er sich re­gel­mä­ßig be­tro­gen fühlt. Im­mer wie­der, so er­zählt Goll­nest, habe der Han­dels­kon­zern an ihn ge­lie­fer­te Ware nur un­voll­stän­dig be­zahlt. Ama­zons Be­grün­dung: Die Ware sei nicht kom­plett an­ge­kom­men. Also führ­te Goll­nest bei Lie­fe­run­gen an den US-Kon­zern das Vier­au­gen­prin­zip ein, jede Aus­sen­dung wur­de pe­ni­bel ge­prüft. Trotz­dem be­haup­te­te Ama­zon im­mer wie­der, dass Holz­spiel­zeug fehlt.

Goki ist kein Ein­zel­fall. Das The­ma be­geg­ne ihm bei „na­he­zu je­dem Ge­spräch“ mit Her­stel­lern und Händ­lern, sagt Fe­lix Gas­s­mann (38), Ge­schäfts­füh­rer der E-Com­mer­ce-Agen­tur Avan­tra­do und frü­her selbst jah­re­lang bei Ama­zon. In man­chen Fäl­len ad­die­ren sich die an­geb­li­chen Fehl­men­gen auf meh­re­re Hun­dert­tau­send Euro oder so­gar Mil­lio­nen­sum­men, be­rich­ten Ma­na­ger be­trof­fe­ner Un­ter­neh­men. So soll bei ei­nem ja­pa­ni­schen Ka­me­ra­her­stel­ler der Wa­ren­ver­lust „die ge­sam­te Mar­ge auf­ge­fres­sen“ ha­ben.

Bei Be­schwer­den lässt der Kon­zern von Jeff Be­zos gern sei­ne An­wäl­te spre­chen. Die er­klä­ren dann, dass Lie­fer­be­le­ge nicht als Be­weis da­für taug­ten, dass eine Pa­let­te voll­stän­dig an­ge­kom­men sei.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2018.