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ENE, MENE, MECK – UND DU BIST WEG

ARBEITSRECHT Heute Leistungsträger, morgen Lähmschicht. Sobald Unternehmen in den Krisenmodus schalten, feiern die Kahlschlagmethoden der Jahrtausendwende ihr hässliches Comeback  und Führungskräfte jenseits der 50 mutieren wieder zum Auslaufmodell.

Für die einst recht ver­schnarch­ten Strom­ver­sor­ger hat­te der Kon­flikt zwi­schen Eon-Chef Jo­han­nes Teyssen (58) und sei­nem frü­he­ren Per­so­nal­di­rek­tor Frank He­ber­ger (59) ge­ra­de­zu epi­sches For­mat. Der Streit ar­te­te in ein ver­zwick­tes In­tri­gen­spiel aus.

He­ber­ger, elo­quent und selbst­be­wusst, wur­de von Teyssen frist­los ge­kün­digt. An­lass da­für war wohl ein in der „Rhei­ni­schen Post“ ("RP") er­schie­ne­ner Eon-Ar­ti­kel, der ver­trau­li­che De­tails über die Per­for­mance von Vor­stands­mit­glie­dern ver­brei­te­te. Als Ur­he­ber soll He­ber­ger ge­gol­ten ha­ben. Die Leak-Pos­se setz­te sich fort mit ei­ner Ver­öf­fent­li­chung, in die Feh­ler ein­ge­baut wor­den wa­ren, mög­li­cher­wei­se lief der ver­meint­li­che Tipp­ge­ber am Ende in eine in­ter­ne Fal­le. Je­den­falls stand im Eon-In­tra­net eine Mit­tei­lung, in der von ei­nem ge­stör­ten Ver­trau­ens­ver­hält­nis zum Ge­feu­er­ten die Rede war, an­ge­sichts der Wei­ter­ga­be von Ge­schäfts­ge­heim­nis­sen.

He­ber­ger, der heu­te als rech­te Hand von CEO Frank Mas­ti­aux (54) beim Kon­kur­ren­ten EnBW ar­bei­tet, ging ge­gen sei­nen Raus­schmiss vor. In ei­ner ei­des­statt­li­chen Ver­si­che­rung er­klär­te die „RP“-Au­to­rin, dass er nicht ihr In­for­mant ge­we­sen sei. So muss­te Eon – der Kon­zern will sich zu den Vor­gän­gen nicht äu­ßern – klein bei­ge­ben. He­ber­ger setz­te eine Kor­rek­tur im In­tra­net durch. Seit­her ist von ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Tren­nung die Rede. Wie die in­kri­mi­nier­ten In­for­ma­tio­nen ih­ren Weg zur „RP“ fan­den, bleibt ein Ge­heim­nis.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2018.