MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

EDITORIAL

Der Killer von nebenan

WAS IST EI­GENT­LICH AMA­ZON? Ein Händ­ler? Ein Lo­gis­ti­ker? Ein Ver­si­che­rer? Eine Bank? Oder ein Me­di­en­un­ter­neh­men? Die Ant­wort lau­tet: Al­les und noch viel mehr. Und ge­nau da liegt das Pro­blem für un­zäh­li­ge Un­ter­neh­men welt­weit. Dach­te man lan­ge, Goog­le wür­de mit­hil­fe der Da­ten sei­ner Such­ma­schi­ne die Wirt­schaft do­mi­nie­ren, so zeigt sich in­zwi­schen, dass Jeff Be­zos' Ge­schöpf der ei­gent­li­che Kil­ler vie­ler Ge­schäfts­mo­del­le ist.

Denn nur Ama­zon ist in der Welt der Din­ge ge­nau­so zu Hau­se wie in der vir­tu­el­len. Das Un­ter­neh­men ist über­all und da­mit gleich ne­ben­an. Kei­ner macht so viel aus sei­nen Da­ten, wie mei­ne Kol­le­gen Diet­mar Pa­lan und Jo­nas Rest bei ih­ren Re­cher­chen her­aus­fan­den. Be­zos (54) und sei­ne Ma­na­ger ha­ben ein An­griffs­sys­tem ent­wi­ckelt, das sie nun nach und nach in im­mer neu­en Bran­chen aus­rol­len. Un­se­re Ti­tel­ge­schich­te „Die Be­zos-Dok­trin“ zeigt, wel­che Op­fer sich Ama­zon als Nächs­tes grei­fen will – und wie die sich weh­ren kön­nen, ab hier.

JA, DIE DEUT­SCHE WIRT­SCHAFT wird – wie an­de­re welt­weit auch – noch im­mer von Män­nern do­mi­niert, aber die Frau­en drän­gen mäch­tig nach. Wie vie­le hoch­qua­li­fi­zier­te Ma­na­ge­rin­nen es in­zwi­schen auf die Tope­be­nen der Kon­zer­ne, in die Ge­schäfts­lei­tung von Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men und in die Part­ner­rie­ge gro­ßer Be­ra­ter ge­schafft ha­ben, do­ku­men­tiert un­se­re „Lis­te der ein­fluss­reichs­ten Frau­en der deut­schen Wirt­schaft“, die wir (in Ko­ope­ra­ti­on mit der Bos­ton Con­sul­ting Group) ver­öf­fent­li­chen. Nie hat­te es die Jury aus – männ­li­chen wie weib­li­chen – Wirt­schafts­pro­fis so schwer, die 100 Fi­na­lis­tin­nen aus­zu­wäh­len. Denn im­mer mehr Frau­en bah­nen sich ih­ren Weg und ver­drän­gen da­mit alte Grö­ßen. Be­wer­ben kann man sich – auch wenn es im­mer wie­der ver­sucht wird – nicht für die Lis­te. Es zählt der nach­ge­wie­se­ne oder mit gu­ten Grün­den ver­mu­te­te Ein­fluss auf die Wirt­schafts­welt. Mei­ne Kol­le­gin Eva Buch­horn, bes­tens ver­netzt in der Frau­en­sze­ne und re­dak­tio­nell für die Lis­te ver­ant­wort­lich, hat vie­le der Kan­di­da­tin­nen be­sucht. Die meis­te Zeit wid­me­te sie der Frau, die die­ses Jahr das Ge­sicht der In­itia­ti­ve sein soll, die Pri­ma in­ter Pares: Ja­ni­na Ku­gel (48), Per­so­nal­vor­stän­din von Sie­mens. Nach ei­ni­gen Ge­sprä­chen und Be­geg­nun­gen mit der Aus­ge­zeich­ne­ten war Buch­horn be­son­ders be­ein­druckt von der gro­ßen Fan­ba­se, die sich Ku­gel mit ih­rem Mei­nungs­mut, ih­ren Auf­trit­ten und ganz viel So­ci­al Me­dia er­ar­bei­tet hat. Das Por­trät des „Pop­stars im Vor­stand“ ist der Auf­takt un­se­res gro­ßen Spe­zi­als zu dem The­ma (samt der Top-100-Lis­te). Sie fin­den es ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2019.