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Kassensturz

ENFORE Marco Börries' Start-up verkauft trotz Telekom-Hilfe viel weniger als erhofft.

VI­SI­ONÄR Mar­co Bör­ries hat die nächs­ten sie­ben Jah­re im Blick

Wer mit Mar­co Bör­ries (50) zu­sam­men­ar­bei­tet, braucht eine or­dent­li­che Por­ti­on Ge­las­sen­heit. Der Se­ri­en­grün­der und Soft­ware­vi­sio­när (Star Of­fice) lässt Kol­le­gen oder Ge­schäfts­part­ner schon mal stun­den­lang war­ten, Mit­ar­bei­ter müs­sen spon­ta­ne Über­stun­den am Wo­chen­en­de er­tra­gen oder ihm in den ICE nach­lau­fen, um ein drin­gen­des Ge­spräch zu füh­ren. Bör­ries, heißt es in sei­nem Um­feld, sei ein de­tail­ver­ses­se­ner Mi­kro­ma­na­ger, der sei­nen Leu­ten we­nig Spiel­raum las­se. Nicht alle kom­men da­mit klar. Man­che ge­hen. Er selbst sagt, dass sein Füh­rungs­stil „uni­que“ sei und er vol­len Ein­satz ver­lan­ge.

Ein­zig­ar­tig, man­che sa­gen re­vo­lu­tio­när, ist auch Bör­ries' vier­tes Start-up En­fo­re. Bör­ries will das Ge­schäft von Re­stau­rants, Fri­seu­ren oder Ki­os­ken di­gi­ta­li­sie­ren, ein SAP für die Klei­nen bau­en. Ver­eint und aus­ge­stat­tet mit sei­nem Di­gi­tal­kas­sen­sys­tem, sol­len Fa­mi­li­en­be­trie­be auch im Zeit­al­ter von Ama­zon über­le­ben (sie­he mm 10/​2017).

Doch bis­lang geht es zäh vor­an, sehr zäh so­gar. Seit dem Start im Herbst 2017 hat Bör­ries – nach ei­ge­nen An­ga­ben – meh­re­re Tau­send Kun­den für sei­ne Ge­rä­te (Set­preis: cir­ca 1000 Euro) ge­won­nen. An­de­re Quel­len spre­chen von deut­lich ge­rin­ge­ren Zah­len. Die we­ni­gen Käu­fer lo­ben zwar Funk­tio­nen und Be­die­nung, aber der Wech­sel zu En­fo­re sei am An­fang mit viel Auf­wand ver­bun­den. Beim Ver­triebs­part­ner Te­le­kom ist von ei­ner schwie­ri­gen Ziel­grup­pe die Rede, die vor ei­ner Kauf­ent­schei­dung teils mo­na­te­lang ab­wä­ge. Die An­zahl der T-Shops, die En­fo­re-Sys­te­me füh­ren, soll des­halb 2019 ver­dop­pelt wer­den. CEO Ti­mo­theus Hött­ges (56) lie­ge das Pro­jekt per­sön­lich „am Her­zen“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2019.