DIE ÖKONOMIE DES ...

Ölmarktes

Saudi-Arabien war lange der Dominator des Ölpreises. Jetzt gerät das Land ins Abseits – nicht nur politisch.
Von Christian Schütte

Moham­med bin Sal­man ("MBS"), Thron­fol­ger im Kö­nig­reich Sau­di-Ara­bi­en, war ein­mal als „Prin­ce Char­ming“ be­kannt und um­schwärmt. Seit dem Mord­fall Kas­hog­gi al­ler­dings ist MBS ein ge­fähr­li­cher Pate, sei­ne Mil­li­ar­den gel­ten als dre­ckig. Re­gie­run­gen und Ma­na­ger su­chen Ab­stand zu dem Mann, der in Sau­di-Ara­bi­en je­den Wi­der­stand er­stickt: Be­son­ders ex­po­niert sind die Te­chies, denn die Sau­dis sind Haupt­fi­nan­ziers des Soft­bank Vi­si­on Funds (SVF), des­sen gi­gan­ti­sche Mit­tel die Be­wer­tun­gen im Wag­nis­ka­pi­tal­ge­schäft auf­pum­pen (sie­he mm 12/​2018). Blut und Si­li­con Val­ley – das passt nicht so recht zu­sam­men. Oder?

Die Sau­dis ent­wi­ckeln sich al­ler­dings nicht nur mo­ra­lisch, son­dern auch wirt­schaft­lich zum Ri­si­ko. Tra­di­tio­nell be­ruh­te ihre Stär­ke auf der Do­mi­nanz am Ölmarkt: Un­ter sau­di­scher Füh­rung gab die För­der­staa­ten­or­ga­ni­sa­ti­on Opec jahr­zehn­te­lang die Rich­tung vor. Als größ­ter Pro­du­zent konn­te Riad das An­ge­bot je­weils so kür­zen oder stei­gern, dass un­er­wünsch­te Preis­aus­schlä­ge ge­stoppt wur­den.

Doch die­se Kar­tell­macht zer­brö­selt. Der Grund: Ame­ri­kas Ölin­dus­trie hat das Fracking per­fek­tio­niert, die Ölge­win­nung zum Bei­spiel aus Schie­fer­ge­stein. Die US-An­bie­ter ha­ben ihre Ef­fi­zi­enz seit 2012 mehr als ver­dop­pelt. Senkt die Opec die För­der­men­ge und steigt der Preis, er­hö­hen Ame­ri­kas Pro­du­zen­ten ihr An­ge­bot. Re­ser­ven gibt es reich­lich.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2019.