UNTERNEHMEN

Doktor Mars

MARS Das Kerngeschäft ist bedroht, die Verhätschelung des Haustiers grassiert, also mutiert der Schokoriegelhersteller zum globalen Tierarztkonzern. Weltweit sammeln die Amerikaner Spezialkliniken ein – es lockt ein boomender Milliardenmarkt.

AUF DEN HUND GE­KOM­MEN Tie­re wer­den zu Er­satz­men­schen – und die Tier­me­di­zin wird zu ei­nem Mil­li­ar­den­ge­schäft

Es ist ein Frei­tag­vor­mit­tag Mit­te Sep­tem­ber, als Ale­jan­dro Ber­nal (46) ei­nen Hin­ter­hof in der Nähe des Ber­li­ner Alex­an­der­plat­zes be­tritt, um sein Schwei­gen zu bre­chen. Ber­nal ist ein freund­li­cher Mann aus Ko­lum­bi­en, ge­lernt hat er mal Tier­arzt, jetzt hat er ei­nen Re­vo­lu­ti­ons­auf­trag. Er soll für den Scho­ko­rie­gel­kon­zern Mars den lu­kra­tivs­ten Teil im Mil­li­ar­den­markt für Heim­tie­re er­obern: die Me­di­zin.

Der Ort für Ber­nals Rede ist gut ge­wählt, ge­ra­de­zu sym­bol­träch­tig. Frü­her wur­den in der Al­ten Mün­ze Geld­stü­cke ge­prägt, heu­te ver­an­stal­tet die Qua­dri­ga Uni­ver­si­tät ein in­ter­na­tio­na­les Tref­fen jun­ger Men­schen, das sie „Fes­ti­val for Busi­ness Trans­for­ma­ti­on“ nennt. Ber­nal ist ei­gent­lich die Ide­al­be­set­zung. Er war bis März Stra­te­gie­chef von Zoe­tis, dem welt­größ­ten Her­stel­ler von Tier­arz­nei. Bei Mars trägt er nun den Ti­tel Pre­si­dent In­ter­na­tio­nal Ve­te­ri­na­ry Health. Es gibt nur ein Pro­blem: Der Saal, in dem er spre­chen soll, ist fast leer. Mars macht mo­bil, und kei­ner be­kommt es mit.

Der Kon­zern steht für Ka­lo­ri­en­bom­ben, ist Markt­füh­rer für Scho­ko­rie­gel und Kau­gum­mi, das weiß man. Dass das Un­ter­neh­men schon jetzt größ­ter Tier­fut­ter­pro­du­zent der Welt ist, dass es mehr Kat­zen und Ka­nin­chen me­di­zi­nisch be­han­delt als je­der an­de­re und da­bei ge­ra­de erst rich­tig los­legt, hat sich noch nicht rum­ge­spro­chen.

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