UNTERNEHMEN

Scheitern auf ganzer Linie

DEUTSCHE BANK Vor sechs Jahren hat das Geldhaus einen radikalen Kulturwandel versprochen. Neue Fälle zeigen: Die Bank ist ihre Probleme allenfalls halbherzig angegangen. Verantwortlich dafür ist eine Kombination aus Unwillen, Unfähigkeit und Arroganz.

DER NÄCHS­TE VER­SUCH Chef­kon­trol­leur Paul Ach­leit­ner (l.) ver­spricht die Rund­um­er­neue­rung der Bank. Im Früh­jahr hat er mit Chris­ti­an Sewing als CEO sei­nen drit­ten An­lauf ge­star­tet.

Es war im Herbst 2015, die Deut­sche Bank schrieb das Jahr eins des Neu­an­fangs un­ter John Cryan (58), da griff der Vor­stands­chef durch. Ihm blieb kei­ne an­de­re Wahl. Die bri­ti­sche Bör­sen­auf­sicht FCA hat­te bei ei­ner Prü­fung ge­hö­ri­ge Män­gel in den Kon­troll­me­cha­nis­men des Geld­hau­ses auf­ge­deckt und bei ei­nem Tref­fen deut­lich ge­macht: Es droh­ten Kon­se­quen­zen, wenn das In­sti­tut sei­ne Ri­si­ken nicht in den Griff be­kä­me. Cryan muss­te zeit­wei­se so­gar die Auf­nah­me neu­er Kun­den be­gren­zen. Zu­dem be­auf­trag­te er ein hoch­ran­gi­ges Gre­mi­um, Neu­ge­schäft mit be­ste­hen­den Kli­en­ten, die als ri­si­ko­reich ein­ge­stuft wur­den, ab­zu­seg­nen.

In dem Aus­schuss sa­ßen auch Re­gu­lie­rungs­vor­stän­din Syl­vie Ma­the­rat (56) und Garth Rit­chie (50), da­mals im Vor­stand für glo­ba­le Märk­te zu­stän­dig und heu­te für die ge­sam­te In­vest­ment­bank­s­par­te. Nam­haf­te Kun­den, etwa Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ei­nes Roh­stoff­kon­zerns, muss­ten mehr In­for­ma­tio­nen lie­fern und sich recht­fer­ti­gen.

Zu­nächst hat­te die Bank Ent­schei­dun­gen die­ses Gre­mi­ums noch mit der Auf­sicht ab­ge­stimmt. Doch schon bald sank of­fen­bar die Be­reit­schaft dazu – eben­so wie der Wil­le, den Emp­feh­lun­gen der ei­ge­nen Ri­si­ko­ma­na­ger kom­pro­miss­los zu fol­gen. „Es gab Fäl­le, in de­nen die­se dazu rie­ten, das Ge­schäft mit be­stimm­ten Un­ter­neh­men ein­zu­stel­len, weil sie dies für zu ge­fähr­lich hiel­ten und Geld­wä­sche oder an­de­re De­lik­te be­fürch­te­ten“, be­rich­tet ein In­si­der. Doch es sei vor­ge­kom­men, dass die Mah­ner sich mit ih­ren Be­den­ken nicht kom­plett hät­ten durch­set­zen kön­nen. Die Deut­sche Bank teilt mit, das Gre­mi­um habe kei­ne Deals au­to­ri­siert, ohne dass die­se von den Ri­si­ko­ma­na­gern ge­neh­migt wor­den sei­en.

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