UNTERNEHMEN

Zimmer frei

TRIVAGO Das Hotelportal mit den bunten Buchstaben galt als der heißeste Aufsteiger auf dem Reisemarkt. Jetzt zerbröselt das Geschäftsmodell der Deutschen. Und dem Gründer fällt nichts mehr ein.

START-UP-PA­TRON Grün­der Rolf Schröm­gens hat sich gut ein­ge­rich­tet im Ar­beits­le­ben. Nichts mag er we­ni­ger als gute Rat­schlä­ge – auch nicht vom US-Groß­ak­tio­när.

Gebie­te­risch schaut Elon Musk, der Tes­la-Rü­pel, aus sei­nem schwar­zen Bil­der­rah­men. Ne­ben ihm grü­belt Andy War­hol, flan­kiert wie­der­um von Al­fred Hitch­cock, Tal­k­queen Oprah Win­frey, Star­fo­to­gra­fin An­nie Lei­bo­vitz und ei­ni­gen Be­rühmt­hei­ten mehr. Die Por­trät­samm­lung im Bi­blio­theks­raum von Tri­va­go zeigt un­miss­ver­ständ­lich, wor­an sich die­ses Un­ter­neh­men ori­en­tiert: an den ganz Gro­ßen.

Mit ein paar Iko­nen an der Wand ist es da nicht ge­tan. Die ge­sam­te Zen­tra­le setzt ein Zei­chen. Tri­va­go-Cam­pus nen­nen sie den neu­en Un­ter­neh­mens­sitz im Düs­sel­dor­fer Me­di­en­ha­fen. App­le, Face­book oder Goog­le wür­den sich hier auch wohl­füh­len. Sechs Eta­gen, tor­ten­ar­tig ge­schich­tet und in eine ova­le Form ge­bracht. Auf dem Dach eine Ter­ras­se zum Chil­len und Fei­ern so­wie eine 330 Me­ter lan­ge Lauf­bahn. Drin­nen nur krum­me Wän­de, da­mit der Fluss der Ge­dan­ken nicht an Ecken ab­bricht. Wer Ruhe braucht, geht in ei­nes der drol­li­gen Ka­buffs, mal als Strick­stüb­chen in­sze­niert, mit bun­ten Woll­knäu­eln im Re­gal, mal im Stil ei­ner Strand­bar. Von ei­ner Kan­ti­ne kann man ei­gent­lich nicht re­den, eher von ei­ner ku­li­na­ri­schen Rund­rei­se. An Stän­den be­rei­ten Kö­che aus al­ler Welt die Spe­zia­li­tä­ten ih­rer Hei­mat zu.

Lu­xus im Hoch­ge­fühl des Er­folgs. Tri­va­go zählt zu den we­ni­gen deut­schen Start-ups, die es in die Welt­li­ga ge­schafft ha­ben. Das Ver­gleich­spor­tal für Ho­tel­prei­se, 2005 in Düs­sel­dorf ge­grün­det, ist heu­te prak­tisch glo­bal prä­sent und setzt rund eine Mil­li­ar­de Euro um. Die Ak­tie wird an der New Yor­ker Tech­bör­se Nas­daq ge­han­delt, das Un­ter­neh­men war schon mal fast fünf Mil­li­ar­den Euro wert.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2019.