EDITORIAL

Die Zeitgeist-Falle

SVEN CLAU­SEN Chef­re­dak­teur

DAS KANN JA NOCH SEHR IN­TER­ES­SANT WER­DEN, dach­te ich mir, nach­dem ich an ei­nem Abend im Mai ei­ni­ge Zeit mit Ha­rald Krü­ger über Ge­schäft­li­ches und Halb­pri­va­tes ge­plau­dert hat­te. Der BMW-Chef war re­flek­tiert, zu­ge­wandt, auf­ge­schlos­sen. Ganz so, wie sich der Zeit­geist den idea­len Chef vor­stellt, um die nach­wach­sen­den, sen­si­blen Ta­len­te in die ei­ge­ne Fir­ma ein­zu­kuscheln. Und ganz so, wie es zu der Rang­lis­te der be­lieb­tes­ten Ar­beit­ge­ber passt, wo BMW seit Jah­ren Spit­zen­plät­ze be­legt. Der Ton, er wird schließ­lich ganz oben ge­setzt.

Gleich­zei­tig wuss­te ich von mei­nem Kol­le­gen Mi­cha­el Frei­tag, dass eben­falls ganz oben bei BMW, nur halt an et­was an­de­rer Stel­le, die Zwei­fel an der Eig­nung Krü­gers wuch­sen. Zu mo­de­rie­rend, zu un­ent­schlos­sen, durch­set­zungs­schwach, drang es aus dem Auf­sichts­rat. Ei­ni­ge Wo­chen spä­ter gab Krü­ger auf. Er ver­lässt den Au­to­kon­zern, für den er mehr als 27 Jah­re ge­ar­bei­tet hat.

BMW war im­mer stolz dar­auf, sein Spit­zen­per­so­nal aus den ei­ge­nen Rei­hen zu re­kru­tie­ren. In die­sem Som­mer sind bei dem deut­schen Vor­zei­ge­kon­zern zwei Ent­wür­fe für die mo­der­ne Füh­rung ei­ner kom­ple­xen Or­ga­ni­sa­ti­on ko­los­sal kol­li­diert: der des An­füh­rers mit dem des Mo­dera­tors. Wie ein sol­cher Kon­flikt so­gar ein selbst­be­wuss­tes Sys­tem wie BMW ge­fähr­lich aus der Bahn wer­fen kann, le­sen Sie hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.