DRAHTZIEHER

Markus, der Baumeister

MARKUS RIESS hat die Sanierung der Ergo-Versicherung abgehakt. Jetzt will er zukaufen – im Ausland.

VOL­LER OR­NAT Mar­kus Rieß hat in sei­ne Fir­ma Struk­tu­ren ein­ge­zo­gen, die ei­nen Groß­ein­kauf recht­fer­ti­gen

Als Mar­kus Rieß (53) 2015 von der Al­li­anz zur Mu­nich Re zog, lief er von ei­ner Ent­täu­schung in die nächs­te. Bei der Al­li­anz hat­te er das Ge­schäft im Hei­mat­markt um­ge­baut, dann aber das Ren­nen um den Vor­stands­vor­sitz ge­gen Oli­ver Bäte (54) ver­lo­ren. Auch bei der Mu­nich Re, für die Rieß das in der Düs­sel­dor­fer Ergo-Grup­pe ge­bün­del­te Pri­vat­kun­den­ge­schäft sa­nie­ren soll­te, war rasch klar: Nicht er wür­de den da­ma­li­gen Vor­stands- und heu­ti­gen Auf­sichts­rats­chef Ni­ko­laus von Bom­hard (63) be­er­ben, son­dern Joa­chim Wen­ning (54).

Gut vier Jah­re spä­ter hat sich Rieß vor­treff­lich mit den Um­stän­den ar­ran­giert. Der Ergo-Kon­zern, der zu­vor als größ­ter Sa­nie­rungs­fall der deut­schen Ver­si­che­rungs­in­dus­trie galt, scheint wie­der in der Spur. Die Ge­winn­ent­wick­lung liegt im Plan, auch wenn da­für ein paar Re­ser­ve­pols­ter dran glau­ben muss­ten. Rie­ß' Ver­hält­nis zu Kon­zern­chef Wen­ning gilt als ent­spannt – vor al­lem, weil der ihn in Ruhe lässt. Die an­ste­hen­de Ver­trags­ver­län­ge­rung ist dem Ergo-Chef si­cher.

Dass Rieß sei­ne Am­bi­tio­nen zu­rück­schrau­ben muss­te, hat er an­de­rer Stel­le kom­pen­siert: Er hat eine Kon­zern­struk­tur auf­ge­baut, die in ih­rer Opu­lenz ei­nem Hof­staat äh­nelt. Es gibt Kon­zern- und Zwi­schen­hol­ding, zahl­rei­che Un­ter­ge­sell­schaf­ten und ope­ra­ti­ve Ein­hei­ten. Ziem­lich ex­akt 36 Vor­stän­de hal­ten die­se Ma­schi­ne­rie am Lau­fen, man­ches er­in­nert an das Or­ga­ni­gramm der un­gleich grö­ße­ren Al­li­anz. Rieß ver­fügt über Res­sour­cen, auf die sonst nur glo­ba­le Groß­stra­te­gen Zu­griff ha­ben. Vo­lu­mi­nö­se Stä­be sor­gen da­für, dass er nach in­nen und au­ßen stets bes­tens prä­pa­riert wirkt und auf jede noch so ab­we­gi­ge De­tail­fra­ge eine pas­sen­de Ant­wort pa­rat hat. Sein Um­feld streut gern, für wel­che Jobs er ge­ra­de im Ge­spräch war. Bei der Deut­schen Bör­se soll er dem­nach als Nach­fol­ger von Cars­ten Ken­ge­ter (52) im Blick­feld ge­we­sen sein. Auch als die Bay­ern­LB ver­gan­ge­nen Win­ter ei­nen Nach­fol­ger für Jo­han­nes-Jörg Rieg­ler (55) such­te, soll Rieß ge­fragt wor­den sein.

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