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DIE AGGRESSIVSTE TRAUMMA­SCHINE DER WELT

DISNEY Vorstandschef Bob Iger will zurück an die Spitze der weltweiten Spaßindustrie. Dafür schmeißt er seine Strategie um: Er löst die Grenzen zwischen offline und online auf. Netflix und Amazon bekommen gefährliche Konkurrenz.

DIS­NEYS CÄSAR Dis­ney-Chef Bob Iger hat aus Dis­ney ein En­ter­tain­ment­im­pe­ri­um ge­formt, das die Ki­no­kas­sen do­mi­niert wie nie­mand zu­vor. Den Bör­sen­wert hat er um 510 Pro­zent ge­stei­gert. Jetzt setzt er zum Fi­na­le an.

Dis­neys er­folg­reichs­te Pro­duk­ti­on wur­de nur ein ein­zi­ges Mal auf­ge­führt, in der Hal­le Sta­ge 2 der Dis­ney-Stu­di­os in Bur­bank bei Los An­ge­les. Dort, wo einst „Mary Pop­pins“ und der „Mi­ckey Mou­se Club“ pro­du­ziert wur­den, trat im April die­ses Jah­res Vor­stands­chef Bob Iger (68) im dunk­len An­zug und mit le­ger ge­öff­ne­tem wei­ßen Hemd vor eine Me­gal­ein­wand. Im Pu­bli­kum: In­ves­to­ren und Ana­lys­ten. Fast vier Stun­den lang mal­te Iger mit sei­nen wich­tigs­ten Ma­na­gern den Schlacht­plan auf, wie er Dis­ney zum Strea­m­ing­dienst um­bau­en und da­mit wie­der zur un­um­schränk­ten Num­mer eins der glo­ba­len Un­ter­hal­tungs­in­dus­trie ma­chen will. Und schon am An­fang wur­de klar, dass es eine Macht­de­mons­tra­ti­on wer­den wür­de.

14 Mi­nu­ten lang zeig­te Iger zu Be­ginn Sze­nen der mil­li­ar­den­schwe­ren Traum­wel­ten ("Fran­chi­ses"), die der Dis­ney-CEO seit sei­nem Amts­an­tritt im Maus-Reich ver­eint hat: von „Star Wars“ über Mar­vels „Aven­gers“ und „Kö­nig der Lö­wen“ bis zu „Ava­tar“ und „X-Men“. „Ha­ben wir ir­gend­was ver­ges­sen?“, frag­te der Dis­ney-Boss dann und lä­chel­te zu­frie­den. Er wirk­te wie ein Ge­ne­ral, der sei­ne stärks­ten Waf­fen auf­fah­ren lässt.

Als „Shock and Awe“, eine De­mons­tra­ti­on nach Mo­dell der auf Schock­wir­kung an­ge­leg­ten Stra­te­gie der US-Mi­li­tärs, be­schrieb das Hol­ly­wood-Ma­ga­zin „Dead­line“ die Vor­füh­rung. Und die „New York Times“ dia­gnos­ti­zier­te ei­nen „Wen­de­punkt“ in den „Strea­m­ing­krie­gen": Erst­mals zei­ge ein tra­di­tio­nel­ler Me­di­en­kon­zern die nö­ti­ge „Feu­er­kraft“, um es mit dem Si­li­con Val­ley auf­zu­neh­men.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.