FÜHRUNGSZEUGNIS

Staatsscham Deutsche Bahn

Die politische Kaste versagt als Unternehmer, der Steuerzahler blutet. Es ist Zeit für eine Kehrtwende.

Von Thomas Sattelberger

Mal grund­sätz­lich: Ge­hört der Be­griff der „schöp­fe­ri­schen Zer­stö­rung“, ge­prägt vom ös­ter­rei­chi­schen Öko­no­men Jo­seph Schum­pe­ter, nicht längst zum Ba­sis­wis­sen über eine funk­tio­nie­ren­de Markt­wirt­schaft? Oder an­ders: Un­ter­mau­ert sei­ne Wirt­schafts­phi­lo­so­phie nicht, wie wich­tig es ist, alte Struk­tu­ren in der Wirt­schaft re­gel­mä­ßig von in­nen zu re­vo­lu­tio­nie­ren, um Raum für Neu­es zu schaf­fen? „Im Prin­zip ja“, hät­te der fik­ti­ve so­wjet­so­zia­lis­ti­sche Sen­der „Ra­dio Eri­wan“ ge­ant­wor­tet, „aber in Deutsch­land gilt Dis­rup­ti­on für den Staat als Sys­tem­feh­ler, nicht als Be­ginn von Neu­ord­nung.“


DES­HALB IST DER STAAT EIN MI­SE­RA­BLER UN­TER­NEH­MER. Nir­gend­wo wird das so deut­lich wie bei der Deut­schen Bahn. Die po­li­tisch aus­ge­han­del­ten Ma­na­ger an der Spit­ze sind, freund­lich ge­sagt, bes­ten­falls meist mut- und glück­los. Die Bank der An­teils­eig­ner im Auf­sichts­rat wird do­mi­niert von ak­ti­ven oder ab­ge­half­ter­ten Po­li­ti­kern. Zwi­schen­drin der müde Ex-Ban­ker Jür­gen Krum­now, des­sen Ver­trag als obers­ter Con­trol­ler vor 20 Jah­ren aus­drück­lich nicht ver­län­gert wur­de. Vor­sit­zen­der ist der ver­be­am­te­te Früh­pen­sio­när Mi­cha­el Oden­wald, ein Macht­schat­ten­ge­wächs aus dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um, der lee­re Ver­spre­chun­gen und Skan­dal­nach­rich­ten sei­nes Vor­stands­vor­sit­zen­den Ri­chard Lutz klag­los ent­ge­gen­nimmt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.