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DER SHOWDOWN

BAYER Aufsichtsratschef Werner Wenning hat im existenziellen Kampf um das Monsanto-Erbe die Strategie gewechselt. Das Schicksal des Konzerns liegt nun in der Hand weniger US-Juristen.

GE­RICHTS­FEST Seit sei­ner Zeit als CEO zeigt Bay­er-Auf­sichts­rats­chef Wer­ner Wen­ning Här­te in US-Ge­richts­sä­len. Die ame­ri­ka­ni­sche Kla­ge­in­dus­trie konn­te dem Kon­zern lan­ge nichts an­ha­ben. Erst Gly­pho­sat zwingt ihn zum Um­den­ken.

Gut acht Me­ter lang und etwa vier Me­ter breit ist der Raum. Ein wuch­ti­ger Schreib­tisch, ein paar de­cken­ho­he Bü­cher­re­ga­le, die üb­ri­gen Wän­de dicht an dicht mit Zei­tungs­aus­schnit­ten be­deckt, ge­rahmt, hin­ter Glas. Sie zei­gen fast im­mer den An­walt, der in die­sem Büro lebt und ar­bei­tet: ste­chend schar­fer Blick und lich­ter Haar­kranz, manch­mal al­lein, manch­mal in Be­glei­tung von Po­li­ti­kern und Un­ter­neh­mens­füh­rern. Ken­neth Fein­berg (73) heißt der Mann.

Die Ge­schich­ten an der Wand han­deln von ju­ris­ti­schen Schlach­ten. Es geht um Viet­nam-Ve­te­ra­nen, die ein­ge­stürz­ten Tür­me des World Tra­de Cen­ters, den öl­ver­seuch­ten Golf von Me­xi­ko, ma­ni­pu­lier­te Die­sel­mo­to­ren. Die Übel­tä­ter sind un­ter an­de­rem Mons­an­to, BP und Volks­wa­gen.

In all die­sen Fäl­len hat er auf­ge­räumt, ge­schlich­tet und am Ende die Op­fer ent­schä­digt. 250 Mil­lio­nen Dol­lar für die GIs, die in Viet­nam mit dem Her­bi­zid Agent Oran­ge in Be­rüh­rung ka­men, sie­ben Mil­li­ar­den für die Fa­mi­li­en der 5500 Op­fer und Hin­ter­blie­be­nen der An­schlä­ge auf das World Tra­de Cen­ter, 20 Mil­li­ar­den für die Ge­schä­dig­ten der Ölpest im Golf von Me­xi­ko, meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen für die US-Kun­den von VW. In den nächs­ten Mo­na­ten wird Fein­berg ei­ner der ent­schei­den­den Män­ner für die Zu­kunft des deut­schen Tra­di­ti­ons­kon­zerns Bay­er sein.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.