TRENDS

SCHÖNE GRÜSSE AUS TOKIO

WIRTSCHAFTSPOLITIK Die Macht der Zentralbanken stößt an ihre Grenzen, Minuszinsen sind der neue Alltag. Europa droht ein verheerendes Szenario: die Dauerlähmung nach dem Muster Japans.

ZURÜCK­BLEI­BEN! Ja­pans Haupt­stadt ist eine der reichs­ten Wirt­schafts­me­tro­po­len der Welt – aber der Crash in den 90ern hat das Fi­nanz­sys­tem tief zer­rüt­tet

Wenn es im Jah­re 2019 ei-nen Welt­öko­no­men gibt, dann ist es Stan­ley Fi­scher (75). Bei prak­tisch al­len jün­ge­ren Wirt­schafts­kri­sen war er an vor­ders­ter Front da­bei, ana­ly­tisch als Wis­sen­schaft­ler, vor al­lem aber ope­ra­tiv als Kämp­fer da­ge­gen. Fi­scher war Vi­ze­chef der Fe­deral Re­ser­ve in den USA, Gou­ver­neur der Bank of Is­ra­el, Vi­ze­chef des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) und Chef­öko­nom der Welt­bank. Er hat als Pro­fes­sor einst die Stan­dard­wer­ke der Ma­kro­öko­no­mik ver­fasst, am Mas­sa­chu­setts In­sti­tu­te of Tech­no­lo­gy (MIT) wa­ren die spä­te­ren Zen­tral­bank­chefs Ben Bernan­ke (65) und Ma­rio Draghi (72) sei­ne Schü­ler.

Heu­te ar­bei­tet Fi­scher für Black­rock, den welt­größ­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter. Und für des­sen For­schungs­in­sti­tut hat er ge­ra­de den Plan B für eine tau­meln­de Welt­wirt­schaft ge­schrie­ben.

In dem Pa­pier for­dern er und drei pro­mi­nen­te Ko­au­to­ren eine „bei­spiel­lo­se Ant­wort“ für den Fall, dass der Geld­po­li­tik in der Kri­se die Mu­ni­ti­on aus­geht: Zen­tral­bank­geld müs­se dann „di­rekt in die Hän­de der Bür­ger und des Staa­tes“ ge­drückt wer­den. „Ab­wurf von He­li­ko­pter­geld“ heißt die kon­se­quen­tes­te Form ei­nes sol­chen Ma­nö­vers im Öko­no­men­jar­gon – eine nie er­prob­te Stra­te­gie für Ex­trem­si­tua­tio­nen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.