MAGISCHES VIERECK

Auf dem Irrweg in die Gängelwirt­schaft

Die liberale Gesellschaftsordnung ist nicht nur von rechts unter Druck: Ein neuer Linksdirigismus wird salonfähig.

Von Henrik Müller

Wie ge­bannt starrt die Wirt­schaft der­zeit auf den Irr­sinn von rechts: Brex­it, Han­dels­krieg, bren­nen­der Re­gen­wald, die Ver­ir­run­gen der auf­trump­fen­den AfD – im­mer neue Auf­re­gung. Ver­gleichs­wei­se we­nig wird bis­lang die Her­aus­for­de­rung von links be­ach­tet. Wäh­rend es Rechts­po­pu­lis­ten um na­tio­na­le, re­gio­na­le oder völ­ki­sche Iden­ti­täts­po­li­tik geht, die neue Gren­zen zieht und den in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb be­hin­dert, steht bei Lin­ken Um­ver­tei­lung mit der Brech­stan­ge auf dem Pro­gramm – ein neu­er Di­ri­gis­mus, der we­nig Re­spekt zeigt vor Ver­trags­frei­heit und Pri­vat­ei­gen­tum. Kein Zwei­fel: Die li­be­ra­le Ge­sell­schafts­ord­nung ge­rät von zwei Sei­ten un­ter Druck.

Bis­lang gibt es in west­li­chen Markt­de­mo­kra­ti­en eine Art so­zi­al­de­mo­kra­tisch-li­be­ra­len Kon­sens: Pri­va­te Ein­kom­men wer­den im gro­ßen Um­fang um­ver­teilt; pri­va­te Ver­mö­gen blei­ben weit­ge­hend un­an­ge­tas­tet. Au­ßer­dem soll der Preis­me­cha­nis­mus wir­ken; al­len­falls wer­den ge­staf­fel­te Ver­brauchs­steu­ern fäl­lig, die so­zi­al (wie der ver­min­der­te Mehr­wert­steu­er­satz auf Nah­rungs­mit­tel) oder öko­lo­gisch (wie die Mi­ne­ral­öl­steu­er) mo­ti­viert sind. Selbst bei grö­ße­ren staat­li­chen Ein­grif­fen (wie Min­dest­lohn oder Miet­preis­brem­se) blei­ben Markt­prei­se die Ori­en­tie­rungs­punk­te. Der neue Links­di­ri­gis­mus will da­von we­nig wis­sen.


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