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Die Nahkämp­ferin

AKTIEN Deutschlands größter Vermieter Vonovia steckt im Zangengriff von Investoren und Politik. Finanzchefin Helene von Roeder löst die Zwangslage vorbildlich und wird dafür mit dem mm-Preis „Investors' Darling“ ausgezeichnet. Porträt einer Frau ohne Furcht.

UN­VER­STELLT Vo­no­vi­as Fi­nanz­che­fin He­le­ne von Ro­eder in der Kon­zern­zen­tra­le in Bo­chum

Hele­ne von Ro­eder (49) liebt es, die Din­ge un­ter Kon­trol­le zu ha­ben. An­ge­sichts der Ver­hält­nis­se in ih­rem Ge­schäft weiß aber auch die dis­zi­pli­nier­te, schlan­ke Frau mit­un­ter nicht, wo ihr der Kopf steht: „Wir sind so ein biss­chen, im Po­si­ti­ven wie im Ne­ga­ti­ven, von der Knapp­heit des Wohn­raums be­trof­fen“, sagt die Fi­nanz­che­fin von Deutsch­lands größ­tem Ver­mie­ter Vo­no­via.

Im Po­si­ti­ven heißt das: Die In­ter­es­sen­ten be­stür­men die Ser­vice­hot­line mit An­fra­gen, um eine der 397.000 Woh­nun­gen zu be­kom­men. Bei dem Dax-Kon­zern steht kei­ne da­von lan­ge leer, au­ßer den 3 Pro­zent, die nach dem Aus­zug ei­nes Mie­ters ge­ra­de mo­der­ni­siert wer­den. Der Nach­fra­ge­über­hang ist auch an ei­nem hei­ßen Mitt­woch im Au­gust fünf Stock­wer­ke un­ter von Ro­eders Büro zu spü­ren. Trotz mehr als 30 Grad im Schat­ten ist ein Kun­den­pär­chen (bei­de Mit­te 50, in Shorts) aus Dort­mund in die Lob­by der erst 2018 ein­ge­weih­ten Kon­zern­zen­tra­le in Bo­chum ge­eilt, um dem An­ge­stell­ten am Emp­fang zu schil­dern, wie lan­ge sie nun schon auf eine Vo­no­via-Woh­nung für den ge­plan­ten Um­zug nach Duis­burg war­ten.

Auf der Chef­eta­ge sitzt un­ter­des­sen von Ro­eder in ih­rem dunk­len Kos­tüm in ih­rem Dreh­ses­sel und zer­bricht sich den Kopf, wie sie eine nicht min­der for­sche Grup­pe und de­ren An­sprü­che be­frie­den kann. Als Fi­nanz­vor­stän­din ist sie häu­fig in Kon­takt mit den Ak­tio­nä­ren, die der Boom am deut­schen Woh­nungs­markt an­lockt. Und de­ren Er­war­tun­gen sie her­un­ter­fah­ren muss.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.