GELDANLAGE FÜR KOPFMENSCHEN

Prickelnd wie ein Vino Frizzante

Das lombardische Softwarehaus Reply lässt das Silicon Valley schal wirken.

Vor gut sechs Jah­ren saß ein äl­te­rer Herr in mei­nem Büro. Er kam aus Ita­li­en, hieß Ma­rio Riz­zan­te und woll­te über sei­ne Soft­ware­fir­ma Re­ply re­den. Der Bör­sen­wert lag bei 400, der Um­satz bei 500 Mil­lio­nen Euro. Eher ge­lang­weilt blät­ter­ten wir durch sei­ne Prä­sen­ta­ti­on. In­ter­es­sant wur­de es, als er über kon­kre­te Plä­ne sprach. Er er­zähl­te von ei­nem Te­le­me­di­zin­pro­jekt, das er da­mals in Mai­land rea­li­sier­te. Es soll­te Ärz­ten die Über­wa­chung des Ge­sund­heits­zu­stands ih­rer Pa­ti­en­ten aus der Fer­ne er­mög­li­chen.

Der Tek­kie aus Tu­rin schil­der­te Din­ge, die heu­te als „In­ter­net of Things“ das Buz­zword der Stun­de sind, für die es da­mals aber noch nicht ein­mal ei­nen Na­men gab. Heu­te be­wegt sich sei­ne Fir­ma in Fel­dern wie Big Data, Cy­ber­se­cu­ri­ty, Ar­ti­fi­ci­al In­tel­li­gence und Block­chain. Schon da­mals wuss­te ich: Vor mir saß ein Voll­blut­un­ter­neh­mer. Nach dem Ge­spräch habe ich Ak­ti­en ge­kauft und es bis heu­te nicht be­reut.

Riz­zan­te grün­de­te sei­ne Fir­ma 1996 und bau­te sie wie eine klas­si­sche Part­ner­schaft auf, so wie seit je An­walts­kanz­lei­en or­ga­ni­siert sind. Die 130 Toch­ter­ge­sell­schaf­ten agie­ren weit­ge­hend au­to­nom, ohne läh­men­de Zen­tral­bü­ro­kra­tie.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.