NAMEN UND NACHRICHTEN

Runter vom Gas

AUTOINDUSTRIE Die Chefs der großen Konzerne kassieren intern die Absatzprognosen.

RAT­LOS Die Au­to­bos­se Her­bert Diess (Volks­wa­gen), Ola Käl­le­ni­us (Daim­ler) und Oli­ver Zip­se (BMW, von links)

Eine Mil­li­on Volks­wa­gen jähr­lich. 2740 täg­lich. Pro­du­ziert im Werk Wolfs­burg, und das „schon in we­ni­gen Jah­ren“.An­dre­as Tostmann (57), Pro­duk­ti­ons­chef der Mar­ke VW, ver­sprach His­to­ri­sches. Bis hier 1955 der mil­li­ons­te VW Kä­fer aus dem Werk ge­fah­ren war, hat­te es schließ­lich fast zehn Jah­re ge­dau­ert.

Tostmanns An­kün­di­gung ist jetzt 15 Mo­na­te alt. Er wür­de sie heu­te kaum wie­der­ho­len. 2019 wer­den in Wolfs­burg nur rund 700.000 Au­tos ge­baut; und auch mit dem neu­en Golf wä­ren sie in der VW-Zen­tra­le in­zwi­schen froh, sie kä­men künf­tig über 800.000. Die Nach­fra­ge ist mau, die Hoff­nung auf den Re­kord ge­platzt.

Kor­ri­gier­te Pro­gno­sen tref­fen ak­tu­ell nicht nur Wolfs­burg, und sie tref­fen nicht nur den Volks­wa­gen-Kon­zern. Es ist der Herbst der bit­te­ren Er­kennt­nis in der Au­to­mo­bil­in­dus­trie, auch wenn die Kon­zern­chefs die Ziel­kor­rek­tur nach au­ßen nur un­gern zu­ge­ben. BMW-Auf­sichts­rä­te be­rich­ten le­dig­lich von ei­ner „Wachs­tums­del­le“ in den nächs­ten Jah­ren, wenn sie über die deut­lich zu­rück­ge­schraub­ten Zie­le re­den. Daim­ler-Chef Ola Käl­le­ni­us (50) pro­phe­zei­te auf ei­nem Tref­fen in Lon­don mit In­ves­to­ren und Ana­lys­ten Mit­te No­vem­ber ein Ab­satz­wachs­tum von 3 Pro­zent. Doch in Stutt­gart heißt es, in­tern habe Käl­le­ni­us den Ver­kaufs­plan für 2020 und 2021 erst we­ni­ge Wo­chen zu­vor um rund 150.000 Fahr­zeu­ge jähr­lich re­du­ziert. Das sag­te er nicht.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.