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EINSTURZ­GEFAHR

WIRECARD Der Zahlungsdienstleister steckt in einer Vertrauenskrise – Vorstandschef Markus Braun hat die Kontrolle über den Dax-Konzern verloren. Die mangelnde Corporate Governance macht das Unternehmen anfällig für Betrugsvorwürfe.

LICHT­SPIEL­HAUS Nie­mand wür­de ver­mu­ten, dass im Ge­wer­be­ge­biet von Asch­heim (nahe Mün­chen) ein Dax-Kon­zern re­si­diert: kei­ne teu­re Kunst an den Wän­den, enge Bü­ros. Der Bild­ef­fekt ent­stand durch ein Spe­zi­al­ob­jek­tiv und Lang­zeit­be­lich­tung.

Mar­kus Braun (50) lehnt sich ent­spannt in sei­nen Bü­ro­stuhl zu­rück, die lang­glied­ri­gen Fin­ger ru­hen aus­ge­streckt auf dem Be­spre­chungs­tisch. Kein An­zei­chen von Ner­vo­si­tät, kein Nes­teln am dun­kel­blau­en Rol­li oder am Re­vers des schwar­zen Ja­cketts. Es ist eine De­mons­tra­ti­on der Selbst­ge­wiss­heit an die­sem grau­en Ok­to­ber­tag.

Brauns An­sicht nach läuft al­les bes­tens. Der Zah­lungs­dienst­leis­ter Wire­card, über den er seit 18 Jah­ren herrscht, ist 2018 in den Dax auf­ge­stie­gen, die Um­sät­ze wach­sen mit Ra­ten jen­seits der 35 Pro­zent, der Ge­winn vor Ab­schrei­bun­gen, Zin­sen und Steu­ern (Ebit­da) ist zu­letzt um fast 30 Pro­zent ge­klet­tert. Sonst noch Fra­gen?

Um mal mit der na­he­lie­gends­ten zu be­gin­nen: War­um ver­wei­gern ihm sei­ne Ak­tio­nä­re die Ge­folg­schaft? Im Au­gust 2018 stand der Wire­card-Kurs noch bei 190 Euro, nun krebst er bei 120 Euro her­um (Stand: Mit­te No­vem­ber). „Ein kurz­fris­ti­ger Ef­fekt, die Ak­tie wird sich schnell wie­der er­ho­len“, sagt Braun, sein Lä­cheln wirkt jetzt auf­ge­setzt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.