UNTERNEHMEN

DER ZWEITE ANZUG

HUGO BOSS Die einstige Weltmarke versinkt in Mittelmaß und Agonie. Aus dem Börsenstar ist ein Übernahmekandidat geworden. Ein Lehrstück über das Versagen von Aufsichtsräten.

ABWÄRTS Hugo-Boss-Chef Mark Lan­ger ist es nicht ge­lun­gen, Deutsch­lands größ­ten Mo­de­kon­zern aus der Kri­se zu füh­ren. Nun steigt die Zahl sei­ner Geg­ner.

Wenn Mark Lan­ger (51) sich um­dreht, blickt er auf grü­ne Hü­gel, an de­ren Hän­gen die Bäu­me ein herbst­li­ches Kleid tra­gen. Die ge­wal­ti­gen Fens­ter­fron­ten sei­nes Eck­bü­ros ge­ben den Blick frei auf ein schwä­bi­sches Idyll, wäh­rend der Boss von Hugo Boss am Te­le­fon um sei­nen Job kämpft.

Es ist der 5. No­vem­ber, 9.30 Uhr am Mor­gen, als Lan­ger tun muss, was er nie wie­der tun woll­te: sich ent­schul­di­gen. Per Te­le­fon­kon­fe­renz er­ör­tert er die Zah­len, die die letz­ten knapp drei­ein­halb Jah­re sei­nes Le­bens in­fra­ge stel­len, eine ent­beh­rungs­rei­che, auf­rei­ben­de Zeit.

An der an­de­ren Sei­te der Lei­tung lau­schen Jour­na­lis­ten, spä­ter In­ves­to­ren. Sie wol­len De­tails zu der Ad-hoc-Mel­dung vom 10. Ok­to­ber, in der Boss ein­ge­ste­hen muss­te, dass Ge­fahr im An­zug ist. Ge­nau 1325 Tage, 1 Stun­de und 25 Mi­nu­ten nach je­ner Ge­winn­war­nung, die Lan­ger, da­mals noch Fi­nanz­chef, erst den Auf­stieg er­mög­lich­te, er­schei­nen sei­ne Ver­hei­ßun­gen für Boss nun als Ma­ku­la­tur.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.