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Der Überlebende

HANS DIETER PÖTSCH Volkswagens Aufsichtsratschef soll sogar im Amt bleiben, wenn er wegen des Dieselskandals vor Gericht muss. So wollen es die Familien Porsche und Piëch. Porträt eines Mannes, der sich unentbehrlich gemacht hat.
Von Michael Freitag

PRIN­ZIP MET­TER­NICH Auf­sichts­rats­chef Hans Die­ter Pötsch hält die mul­ti­po­la­re Kon­zernar­chi­tek­tur in der Waa­ge. Nie­mand darf zu stark wer­den. Das stärkt ihn.

Auto­mo­bil-Sa­lon in Genf, Volks­wa­gen prä­sen­tiert am 1. März 2011 Vi­sio­nä­res. Die Mar­ke VW zeigt ei­nen Elek­tro­bul­li, Por­sche eine Hy­bridva­ri­an­te des Pan­ame­ra. In der ers­ten Rei­he drängt sich die Kon­zern­pro­mi­nenz. Por­sche-Boss Mat­thi­as Mül­ler, spä­ter Kon­zern­chef, schaut ge­lang­weilt aufs Po­di­um. VW-Len­ker Mar­tin Win­ter­korn hält die Arme wie üb­lich über dem Bauch ver­schränkt. Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Fer­di­nand Piëch und sei­ne Frau Uschi bli­cken starr nach vorn.

Und dann ist da noch ein hoch auf­ge­schos­se­ner Mann mit we­ni­gen Haa­ren und ei­ner Bril­le, die sei­ne Un­auf­fäl­lig­keit un­ter­streicht: Hans Die­ter Pötsch, Fi­nanz­vor­stand.

Das Foto do­ku­men­tiert Kon­zern­rou­ti­ne. Viel­sa­gend an ihm ist nur eins: Vier aus dem Quin­tett sit­zen längst nicht mehr in der ers­ten Rei­he. Fer­di­nand und Uschi Piëch ver­lie­ßen den größ­ten Au­to­her­stel­ler der Welt nach ei­nem ver­lo­re­nen Macht­kampf, Jah­re be­vor der Pa­tri­arch in die­sem Som­mer starb. Win­ter­korn: raus­ge­wor­fen we­gen des Die­selskan­dals. Mül­ler: aus dem Amt ge­drängt.

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