UNTERNEHMEN

DOPPELTE BUCHFÜHRUNG

SAP Bill McDermott hinterlässt einen Konzern im Umbruch. Das Nachfolgerduo muss aufräumen: Kunden befrieden, Portfolio vereinheitlichen, Kosten senken.

ZUHÖREN STATT ZU­TEX­TEN Die neu­en SAP-An­füh­rer Jen­ni­fer Mor­gan und Chris­ti­an Klein auf ei­ner Kun­den­kon­fe­renz in Ber­lin

Das gab es schon lan­ge nicht mehr bei SAP. Ein Vor­stands­chef, ja so­gar zwei, die zu­hör­ten, statt eine spek­ta­ku­lä­re Mar­ke­ting-Cho­reo­gra­fie ab­zu­spu­len: „Ihr wisst am bes­ten, wie ihr die Im­ple­men­tie­rung un­se­rer Soft­ware wünscht. Sagt es uns bit­te“, ap­pel­lier­te der eine, Chris­ti­an Klein (39), an die Kun­den. „Wir wol­len euch da­bei hel­fen, un­se­re Sys­te­me in eu­ren Un­ter­neh­men zu ver­ein­fa­chen“, sprach die an­de­re, Jen­ni­fer Mor­gan (48), auf der Kon­fe­renz SAP Select Ende Ok­to­ber in Ber­lin zu 600 Top­kun­den.

Grö­ßer hät­te der Kon­trast zum lang­jäh­ri­gen CEO und Chef­ver­käu­fer Bill Mc­Der­mott (58) nicht sein kön­nen. Und deut­li­cher nicht der wah­re Grund für sei­ne all­seits über­ra­schen­de Ver­ab­schie­dung am 10. Ok­to­ber. SAP in die Zu­kunft zu füh­ren, da­für hat­te sich Mc­Der­mott in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten Stück für Stück selbst dis­qua­li­fi­ziert.

Die Neu­en müs­sen den Kon­zern kom­plett um­krem­peln, um die un­ter sei­ner Ägide für rund 40 Mil­li­ar­den Euro zu­sam­men­ge­kauf­ten Fir­men mit der klas­si­schen SAP zu ei­ner Ein­heit zu for­men. Die Ba­sis­tech­no­lo­gie braucht ein kräf­ti­ges Up­date, da­mit die schö­ne Mar­ke­ting­ge­schich­te von der Ex­pe­ri­ence Eco­no­my für die Kun­den nicht im Frus­t­er­leb­nis en­det. SAP müs­se den Kun­den ver­bes­ser­ten Mehr­wert bie­ten, for­dert etwa Hol­ger Mül­ler vom Ana­lys­ten­haus Con­stel­la­ti­on Re­se­arch aus dem Si­li­con Val­ley: „Sonst wird es schwer, in Zu­kunft die ge­wohn­ten Wachs­tums­ra­ten zu rea­li­sie­ren und re­le­vant zu blei­ben.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.