TÄLER STATT OA­SEN Das Tro­cken­le­gen von Steu­er­oa­sen zei­tigt un­er­wünsch­te Ne­ben­ef­fek­te. Statt Brief­kas­ten­fir­men in Lu­xem­burg bau­en deut­sche Fir­men nun Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in Nied­rig­steu­er­län­dern wie Ru­mä­ni­en auf.

TRENDS

Flucht in die Karpaten

FINANZPOLITIK Rigoros wie keine andere Industrienation geht Deutschland gegen die Steuersparmodelle der Konzerne vor. Die ersten Unternehmen ziehen ihre Fabriken ab.

Das Weg­mo­de­rie­ren schlech­ter Nach­rich­ten ge­hört zum Job­pro­fil von Cars­ten Sp­ohr (52) wie das Ke­ro­sin zum Flie­gen. Strei­ken­de Pi­lo­ten und Flug­be­glei­ter dür­fen den Chef der Luft­han­sa ge­nau­so we­nig aus der Ruhe brin­gen wie Ge­winn­ein­brü­che in der schwan­kungs­an­fäl­li­gen Luft­fahrt.

Im Som­mer al­ler­dings ver­fing we­der Char­mie­ren noch Kal­mie­ren. Ne­ben den üb­li­chen ope­ra­ti­ven Ka­la­mi­tä­ten ver­kün­de­te Sp­ohr, dass er 340 Mil­lio­nen Euro, im­mer­hin gut ein Sechs­tel des ur­sprüng­lich er­war­te­ten Kon­zern­ge­winns, für dro­hen­de Steu­er­zah­lun­gen zu­rück­stel­len muss­te. Die Luft­han­sa näm­lich – das of­fen­bar­te die im letz­ten Ab­satz ver­steck­te Bot­schaft der Ad-hoc-Mit­tei­lung – hat Ärger mit dem Staat. Die In­ves­to­ren wur­den dar­auf­hin so ner­vös, dass die Ak­tie bin­nen we­ni­ger Tage fast 20 Pro­zent ih­res Wer­tes ver­lor.

Im Steu­er­fall Luft­han­sa geht es um die Fi­nan­zie­rung der in­ter­na­tio­na­len Toch­ter­fir­men. Ähn­lich wie vie­le an­de­re Kon­zer­ne hat­te die Air­line die Ge­sell­schaf­ten mit un­be­si­cher­ten Dar­le­hen ver­sorgt und da­für re­la­tiv nied­ri­ge Zin­sen be­rech­net. An­schlie­ßend schrieb die Luft­han­sa Tei­le der Dar­le­hen ab und mach­te die Ver­lus­te in Deutsch­land gel­tend. Die Be­triebs­prü­fer der Fi­nanz­äm­ter se­hen dar­in al­ler­dings kaum mehr als ein ge­schickt auf­ge­setz­tes Steu­er­spar­mo­dell – ei­nen Trick, um die gel­ten­den Re­geln über die Ma­ßen zu deh­nen.

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